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Der Verkehr ist eine Belastung - klagen die Anwohner der Florianstraße in Kirchheim.

Kirchheim: Florianstraße wird zur Einbahnstraße

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Mehrheitlich beschlossen: Die Florianstraße in Kirchheim wird zur Einbahnstraße. Aber nicht für immer.

KirchheimSo rasch wie möglich wird die Gemeinde Kirchheim die Florianstraße in Richtung Staatsstraße 2082 zur Einbahnstraße machen. Aber nicht, wie ursprünglich geplant, auf der gesamten Länge, sondern erst ab dem Kinaderweg. Das haben die Gemeinderäte im Bauausschuss mehrheitlich beschlossen. Die Gemeinde hofft auf diese Weise, die Anwohner der Florianstraße zu besänftigen, die sich seit Jahren über die Verkehrsbelastung aufregen und beklagen, dass diese mit der Eröffnung des Edeka-Marktes, der OMV-Tankstelle und von McDonald’s weiter zugenommen habe. Radfahrer sind von der Entscheidung nicht betroffen.

Die Einbahn-Regelung ist als Test gedacht und soll für sechs Monate gelten. Außerdem will die Gemeinde eine Verkehrszählung in der Florianstraße sowie in den angrenzenden Nachbarwegen durchführen lassen.

„Am schlimmsten sind die vielen Autos mit Erdinger und Ebersberger Nummer, die unser Wohngebiet als Abkürzung nehmen“, ärgert sich etwa Ingeborg Reibold aus dem Amalienweg. Sie ist eine der Befürworter der Einbahnstraße, hofft sie doch, dass damit der Durchgangsverkehr nicht mehr von der Staatsstraße in die Florianstraße fließt, sondern um Kirchheim herum fährt. Gemeinsam mit anderen Anwohnern der Florian-, Magdalenen- und Amalienstraße hatte sie daher einen entsprechenden Antrag bei der Gemeinde vorgelegt. Beinahe alle Unterzeichner waren zur jüngsten Gemeinderatssitzung gekommen, um die Entscheidung der Gemeinderäte zu hören.

Ganz anderer Meinung sind hingegen Diana und Detlef Roß, sie wohnen ebenfalls im Amalienweg. Sie baten die Gemeinderäte inständig, keine Einbahnstraße zu beschließen: „Der Hauptverkehr entsteht durch die Anwohner. Dass viele die Florianstraße als Abkürzung benutzen, ist reine Spekulation.“ Detlef Roß hatte in der Zeit von 25. März bis 10. April jeden Tag den Verkehr in der Florianstraße gezählt und kam, nach eigener Aussage, auf bis zu 974 Autos pro Tag. „Wir schlagen mehrere Zebrastreifen zur Verlangsamung des Verkehrs vor“, sagte Roß als Gast im Gemeinderat. Auch Alinka und Klemen Jerin aus dem Magdalenenweg waren gegen eine Änderung. „Der Verkehr wird nicht weniger, sondern verlagert sich nur, etwa in den Kinaderweg. Wir Anwohner müssen dann viel weiter zu unseren Häusern fahren“, sagte das Ehepaar.

Die Polizei in Haar kommt zu dem Ergebnis, dass die Florianstraße zwar stark befahren ist, „aber nur vom Ziel- und Quellverkehr der Kirchheimer Bürger. Als Abkürzung oder Umfahrung ist sie äußerst unattraktiv“, teilte der Verkehrssachbearbeiter Kajetan Pfister mit.

„Dass das keiner als Abkürzung nutzt, kann ich nicht glauben“, bemerkte ÖDP-Gemeinderat Josef Dirl. Gemeinderat Franz Glasl (CSU) ist strikt gegen die Einbahnstraßen-Lösung. „Der Verkehr verlagert sich nur in die kleinen Nebenstraßen. Außerdem ist die Florianstraße so zugeparkt, da kann keiner rasen.“ Auch Marcel Prohaska (SPD) argumentierte gegen die Einbahnstraße. „Dadurch wird der Verkehr ja schneller, wenn das Stop-and-go wegfällt. Da bin ich dagegen.“ Sein Fraktionskollege Thomas Etterer empfahl, die Anwohner sollten mehr aufs Rad umsteigen, „den meisten Verkehr und Krach erzeugen sie doch selber.“

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