Appelliert an die Heimstettener und Kirchheimer: Bürgermeister Maximilian Böltl (r.) beim Infoabend. Foto: bb

Heimstetten gibt Flüchtlingen eine Heimat

Kirchheim - „Jahrelang haben wir über den Standort der Asylunterkunft gestritten, jetzt steht die Entscheidung für die Räterstraße fest. Nun gilt es, miteinander Heimat zu geben!" So appellierte Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) an die Kirchheimer beim Infoabend von Gemeinde, Landratsamt und Helferkreis Asyl.

Der Landkreis baut ein zweistöckiges Haus für 75 Flüchtlinge an der Räterstraße in Heimstetten. 18 Räume für je vier Personen sowie ein Zimmer für drei, hier könnte auch ein Behinderter untergebracht werden. Es entstehen vier große Gemeinschaftsräume für Hausaufgaben, Besprechungen, Treffen oder als Gebetsraum, zudem Gemeinschaftsküchen und -waschräume, mehrere Lager- und Abstellräume, eine große Terrasse, Garten und Spielplatz.

Bürgermeister Maximilian Böltl stellte die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Landratsamt heraus. So seien Bürgeranregungen kurzfristig eingearbeitet worden, etwa der Erdwall oder die deutliche höhere Anzahl an Fahrrad-Ständern. Eine Strategie von Kirchheim sei die Integration der Asylbewerber mittels Arbeit. „So haben wir drei Asylbewerber am Bauhof beschäftigt und wollen mehrere bei der Essensausgabe in Kindereinrichtungen sowie der Altenpflege einsetzen.“

Landrat Christoph Göbel gab einen Ausblick: „Der Landkreis München muss 7,2 Prozent aller Flüchtlinge in Oberbayern aufnehmen, was aktuell einer Zahl von 2487 entspricht. Realistischer für 2015 ist mit Sicherheit eine Zahl von etwa 3000.“ Dieser Zustrom werde nicht 2015 enden. Bei den von Göbel präsentierten Zahlen für die 29 Kommunen im Landkreis fiel auf, dass hinter Aying, Baierbrunn, Garching und Taufkirchen nach wie vor eine große „0“ steht. Wobei Garching und Taufkirchen kurz vor der Aufnahme großer Asylbewerber-Kontingente stehen. Die Stadt Garching baut eine Unterkunft für 150 Menschen. Außerdem gibt es dort zwei private Grundbesitzer, die Unterkünfte für 200 beziehungsweise 70 Asylbewerber bauen wollen (wir berichteten). Kirchheim muss in diesem Jahr 97 Menschen aufnehmen, 48 sind bereits da, erläuterte der Landrat. „Weil wir so viele nicht mehr in privaten Wohnungen und Häusern unterbringen können, bauen wir zentrale Unterkünfte, die man dann auch nutzen kann für anerkannte Flüchtlinge, damit die nicht obdachlos werden.“

Gerlinde Reichart vom Helferkreis Asyl stellte die Tätigkeit der 2013 gegründeten Organisation vor: „Wir helfen bei Behördengängen und bei Sprachkursen, sorgen für eine ausreichende Lebensqualität mit Essen, Kleidung, Spielsachen oder Fahrrädern, wollen eine Isolation verhindern, helfen bei der Vermittlung von Sport und Freizeit. Wir begleiten die Menschen auch nach der Anerkennung, dass sie nicht obdachlos werden oder bei einer Ablehnung menschenwürdig in ihr Heimatland zurückkommen.“ Auf Grund der stark steigenden Zahl an Flüchtlingen in Kirchheim sei der Helferkreis froh über jeden neuen Helfer und Sachspenden.

Kontakt zum Helferkreis

Per E-Mail unter:

info_asylkirchheim@joinit.info

bb

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