A 99 bei Kirchheim: Bis zu 165.000 Fahrzeuge fahren hier täglich.
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A 99 bei Kirchheim: Bis zu 165.000 Fahrzeuge fahren hier täglich.

In 20 Jahren zehnstreifig?

Mega-Autobahn wächst weiter: A 99 wird achtspurig - Baustelle wird Verkehr massiv beeinträchtigen

  • Max Wochinger
    VonMax Wochinger
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Die A 99 ist eine der meistbefahrenen Straßen Europas. Nun wird der Autobahn-Halbring weiter ausgebaut – zu einer durchgehenden, achtspurigen Straße.

Landkreis – Die Region wächst. Möbelhäuser, Gewerbegebiete und Baukräne so weit die Augen reichen: Wer sich von der Brücke an der Autobahn-Anschlussstelle Kirchheim umblickt, kann dem Landkreis beim Wachsen zusehen. Dabei steigt auch der Druck auf die Straßen.

In Spitzenzeiten donnern 165 .000 Fahrzeuge über die A 99 – am Tag. Die sechs Streifen halten dem Aufkommen nicht mehr stand. Das zuständige Bundesverkehrsministerium will mit einer zusätzlichen Fahrspur gegensteuern.

2024 soll Autobahn fertiggestellt sein

Am Montag fiel der Startschuss für den achtstreifigen Ausbau der A 99 zwischen den Anschlussstellen Aschheim/ Ismaning und Kirchheim. Derzeit baut die bundeseigene Autobahn GmbH an Unterbauten für eine Behelfsbrücke an der Anschlussstelle in Kirchheim. Die Brücke, die derzeit Kirchheim mit dem südöstlichen Gewerbegebiet in Aschheim verbindet, wird abgerissen.

2024 soll die 48 Meter breite Autobahn fertiggestellt sein. Es wird während der Arbeiten zu starken Verkehrseinschränkungen kommen.

„Der Autobahnring ist keine Münchner Angelegenheit. Er hat eine europäische Dimension“, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) gestern bei dem Spatenstich an der A 99. Sein Ministerium erwarte bis 2030 einen Verkehrszuwachs von 15 Prozent. In Spitzenzeiten sollen die Standstreifen für bis zu zehn Fahrbahnen genutzt werden, so Scheuer.

Die Pfeiler für die neue Behelfsbrücke stehen bereits.

„Es wird immer mehr Verkehr“

„Es wird immer mehr Verkehr“, sagte auch Michael Kordon, Direktor der Autobahn GmbH in Südbayern. Irgendwann seien die Kapazitäten erschöpft. Kommt in 20 Jahren die zehnspurige A 99? Schon möglich, meint er.

Ähnlich wie Kordon mussten intelligente Verkehrsplaner in den 70er-Jahren gedacht haben, bevor die A 99 gebaut wurde: Damals ging man davon aus, dass der Verkehr weiter zunehmen werde. Es wurde ein extra breiter Mittelstreifen angelegt. Die Verkehrsplaner von damals hatten recht, aus dem Mittelstreifen werden nun weitere Fahrstreifen geschaffen.

125 Millionen Euro kostet der Ausbau

125 Millionen Euro kostet der Ausbau des 3,8 Kilometer langen Abschnitts. Sein Ministerium habe in nur einer Woche eine Milliarde Euro für Verkehrsprojekte ausgegeben, sagte Scheuer stolz. Der Minister fährt derzeit von einem Spatenstich zum nächsten. Es ist Wahlkampfzeit.

Hier wird gebaut: Der Teilabschnitt ist rot marktiert.

Die Investitionen in den Teilabschnitt beinhalten auch „modernsten Fahrbahnbelag“ und „bis zu sieben Meter hohe Lärmschutzwände“. 50 Prozent des Lärms würde so reduziert, verspricht der Verkehrsminister. Aschheims Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU) hält die Maßnahmen für nicht ausreichend: Er forderte am Montag zusätzlich ein Tempolimit für den Abschnitt.

„Zusätzliche Spur löst keine Probleme“

Markus Büchler, Grünen-Landtagsabgeordneter aus Oberschleißheim, fordert vielmehr „attraktive Alternativen“ zum Auto: „Die zusätzliche Spur löst keine Probleme, weil der Verkehr nicht die Autobahn zum Ziel hat, sondern unsere Siedlungs- und Gewerbegebiete“, sagt Büchler auf Nachfrage des Münchner Merkur. Es müssten „Bus und Bahn“ sowie Radschnellwege ausgebaut werden. Und Lkw sollte man auf die Schiene verlagern. Minister Scheuer will Radfahrer nicht vergessen haben: „Wir bauen Radwege, wie nie zuvor“, sagte er gestern.

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