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„Sehr gräßlich“ findet Marcel Prohaska (SPD) den Zaun. Der widerspricht allen Vorschriften – darf aber trotzdem stehen bleiben.

Bauausschuss

Ärger um Zaun: Hausbesitzer scheren sich nicht um Vorschriften

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Kirchheim - In Kirchheim gibt es genaue Vorschriften, wie Zäune auszusehen haben. Nur kratzt das keinen. Vor allem nicht, wenn der Bauausschuss auch die krassesten Fälle doch durchwinkt.

Ein Sichtschutzzaun war wieder einmal Grund, im Bauausschuss Kircheim die Einfriedungssatzung und deren Gültigkeit und Geltungsbereich zu diskutieren. In vier Punkten widerspricht der bereits gebaute Sichtschutz der Satzung: Das Holz-Kunststoffgemisch entspricht nicht den Vorgaben, er ist 60 Zentimeter zu hoch, die Wand ist geschlossen und weicht als Ganzes vom bestehenden Straßenbild ab. Was tun?

„Es baut sowieso jeder, wie er will“, argumentierte Frank Holz für die Befreiung von der Satzung. Auch für Franz Graf war die Genehmigung der Mauer kein Problem, für ihn zählt, dass die Nachbarn ihre Zustimmung erteilt hätten.

Ganz anders SPD, Grüne und VFW. „Es ist doch ärgerlich, dass das schon wieder fertig ist“, sagte Ilse Pirzer (SPD). „Sehr gräßlich“ findet Marcel Prohaska (SPD) die Mauer, die er auch so nicht stehen lassen wollte.

Der Brave ist der Dumme

Allein Susanne Merten-Wente (Grüne) argumentierte auf der rechtlichen Grundlage. „Jeder, der sich an die Einfriedungssatzung hält, ist der Dumme. Das bringe ich jedes Mal vor. Dann können wir die Satzung ja abschaffen!“ Solange sie aber gelte, möchte sie Merten-Wente auch angewendet wissen. „Um nicht dauernd über den Löffel barbiert zu werden.“

Laut Bauverwaltung wurde der Antragsteller im April 2015 über die Zulässigkeit von baulichen Veränderungen informiert und ihm die Satzung übermittelt. Sein in der Sitzung vorgebrachtes Argument, für ihn sei erst nach dem Bau der Wand das böse Erwachen gekommen, kann laut Susanne Merten-Wente demnach so nicht stimmen. Dennoch fand sie keine Mehrheit. Mit einer Entscheidung von 7:5 Stimmen darf der Sichtschutz stehen bleiben.

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