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Sicher ist sicher: (v.l.) Patrick Hey und Kay Mayer (beide Condrobs) sowie Lena Schuster, Karin Jesse, Elisabeth Moroder-Özcan, Franziska Prüferl (alle KJR), Landrat Christoph Göbel sowie Stefanie Heimann , Anja Bawidamann, Direktor Matthias Wermuth, Izdem Usln, Marcus Fink (alle KJR), Hanna Kollan vom Landratsamt München sowie Joachim Birzele vom KJR.

Klare Botschaft

Aktionsstart sichere Wiesn: „Erzieht eure Söhne“

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Seit Jahren veranstaltet der KJR Aktionen an weiterführenden Schulen im Landkreis unter dem Motto „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“, um junge Schülerinnen vor brenzligen Situationen zu bewahren und ihnen Tipps zu geben.

Kirchheim – Laut einem amerikanischen Reiseführer sollen auf dem Oktoberfest alle Frauen und Mädchen im Dirndl willig sein. „Das hat mir zumindest ein Wiesnbesucher aus den USA felsenfest versichert“, sagt Patrick Hey von Condrobs bei der Auftaktveranstaltung „Sichere Wiesn“ des Kreisjugendrings (KJR) in Kirchheim. Um mit Vorurteilen wie diesen aufzuräumen, fahren seine Kollegen und er mit einem Partymeilenbus jeden Wiesntag über das Gelände. Dabei beraten sie und beruhigen in Konfliktsituationen. Sein Mitarbeiter Kay Mayer ist der Meinung: „Warnt nicht eure Töchter, sondern erzieht eure Söhne.“

Um diese Botschaft auch weiterzugeben, hängen große Plakate mit der Aufschrift „I mog a Gaudi, koa Gfrett!“ oder „Wiesngentleman: Respekt ist meine Stärke“ im Pausenhof des Gymnasiums Kirchheim. Seit Jahren veranstaltet der KJR diese Aktionen an weiterführenden Schulen im Landkreis unter dem Motto „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“, um junge Schülerinnen vor brenzligen Situationen zu bewahren und ihnen Tipps zu geben. Dieses Jahr kommen sie an insgesamt 21 Gymnasien, Real- und Mittelschulen. „Wir waren eine der ersten, die bei dem Projekt mitgemacht haben“, sagt Kirchheims Direktor Matthias Wermuth.

Acht- bis Zehntklässler im Fokus

Vor allem die Schüler der achten bis zehnten Jahrgangsstufe sollen angesprochen werden. „In dem Alter beginnt die Zeit, in der man nicht mehr mit Mama und Papa auf die Wiesn geht, sondern auch mal mit seinen Freunden ins Zelt schaut“, sagt Anja Bawidamann vom Verein Amyna, die die Aktion zusammen mit dem KJR organisiert. Da sei es wichtig, den Mädchen Tipps für einen sicheren ersten Wiesnbesuch zu geben.

Wie zum Security Point

Als erstes geben die Sozialpädagogen den Schülerinnen ihren Flyer, denn da steht drauf, wie man zum Security Point für Frauen und Mädchen auf der Wiesn kommt. „Die Mädchen sollen wissen, dass es einen Ort gibt, wo sie immer hinkommen können“, sagt Elisabeth Moroder-Özcan vom KJR. Der Raum im Servicezentrum direkt unter der Bavaria ist gemütlich mit Sesseln eingerichtet. Es gibt Tee, Süßes und Kleidung zum Wechseln. „Wenn eine Frau ihre Gruppe verloren hat oder es ihr nicht gut geht, dann helfen wir ihr und bringen sie sicher nach Hause“, sagt Bawidamann.

Um solche Situationen zu vermeiden, legt die Organisatorin der „Sicheren Wiesn“ den Mädchen ans Herz, immer ein Notfalltascherl am Körper zu tragen. „Da sollten auf jeden Fall ein bisschen Kleingeld und die Telefonnummern der Eltern oder Freunde verstaut sein“, sagt Bawidamann. Es sei schon oft vorgekommen, dass junge Frauen aus dem Zelt gehen, um frische Luft zu schnappen, aber nicht mehr reinkommen, da das Zelt wegen Überfüllung geschlossen wurde. Damit so etwas nicht passiert gibt es die Pausenhofaktion, und sie zeigt Erfolge.

Auch Jungs werden angesprochen

„Letztes Mal haben mir zwei Mädchen erzählt, dass sie eine junge Frau, der es offensichtlich schlecht ging, zum Security Point der „Sicheren Wiesn“ gebracht haben“, sagt Moroder-Özcan.

Doch nicht nur Mädchen sollen mit der Aktion angesprochen werden. Seit dem Jahr 2013 gibt es bereits die Figur des „Wiesn Gentleman“. Ganz nach dem Motto „Zivilcourage zeigen für eine friedliche Wiesn“ soll er ein Vorbild für alle männlichen Wiesnbesucher sein. „Wenn sich die Jungs an Grenzen halten und ein Nein auch als Nein hinnehmen, dann kommt es erst gar nicht zu brenzligen Situationen“, sagt Kay Mayer von Condrobs, die das Sozialprojekt ins Leben gerufen haben. „Wir wollen, dass die Jungs und Mädchen eine tolle Zeit auf der Wiesn haben. Darauf kommt’s am Ende an“, sagt Elisabeth Moroder-Özcan.

Weitere Aktionen:

In der kommenden Woche gibt es die Pausenhof-Aktion „Sichere Wiesn“ an den Gymnasien in Neubiberg, Unterhaching, Ottobrunn, Gräfelfing, Oberhaching, Pullach und Grünwald und an der Mittelschule in Oberhaching.Laura Forster


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