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Da fehlt doch was: Der Pfarrer-Caspar-Mayer-Platz ist ohne Maibaum etwas kahl.

Politikum

Angst vor Sturm: Kirchheims Burschen legen Maibaum um

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Kirchheim – Der Burschenverein Kirchheim hat den Maibaum umgelegt. Aus Sicherheitsgründen, sagen die Burschen. Während Gemeinderat Rüdiger Zwarg (Grüne) dagegen wettert und den Burschen gar einen Förderzuschuss streichen will.

„Daran können sich bestimmt noch alle Kirchheimer gut erinnern, als sich vor zwei Jahren unser Maibaum am Pfarrer-Caspar-Mayer-Platz immer weiter in Richtung der Metzgerei Huber neigte. Das wollten wir heuer verhindern“, sagt Burschen-Vorsitzender Mario Neumeyer.

In Kirchheim sei es Tradition, den Baum rund ein Jahr vor dem Aufstellen des nächsten umzulegen.. „Wir haben sowieso schon länger gewartet. Doch als wir vor ein paar Wochen beim Aufhängen der Fahnen zum 1. Mai mit der Arbeitsplattform ganz nach oben fuhren stellten wir fest, dass der Baum im oberen Teil angebrochen war und auch fast auf ganzer Länge nicht mehr den stabilsten Eindruck machte“, sagt der BV-Vorsitzende. Angesichts der zu erwartenden Gewitter mit Sturm wollte der Verein kein Risiko eingehen und legte den Baum nach Absprache und im Beisein von Bürgermeister Maximilian Böltl um.

Grünen-Gemeinderat wettert dagegen

Gemeinderat Rüdiger Zwarg (Grüne) ärgert sich darüber. Aus seiner Sicht wurde der Baum „ohne unmittelbaren Anlass ‚gekillt‘.? Der Abbau des Maibaums ist geschäftsschädigend. Kopfsteinpflaster-Wüste den ganzen Sommer, Dorffest in sechs  Wochen ohne Baum?“, fragt sich Zwarg. Weil nach seiner Meinung „in Kirchheim jeder macht, was er will, und das bei Nacht und Nebel“, will er im Gemeinderat den Antrag stellen, den bereits gewährten Förderzuschuss für den Burschenverein für die Container am Wertstoffhof in Höhe von 134.000 Euro wieder zurück zu nehmen.

"Wir haben uns verantwortlich gefühlt"

Mario Neumeyer sagt dazu: „Wir haben den Baum für die Kirchheimer aufgestellt, wir haben ihn ständig kontrolliert und die Schrauben in der Halterung nachgezogen. Wir haben uns auch jetzt verantwortlich gefühlt, dass nichts passiert.“ Außerdem beachte den Maibaum beim Dorffest wegen des Zeltes sowieso niemand. 

Das sieht Bürgermeister Böltl genauso. „Und die Qualität unseres Jahrhunderte alten Kirchheimer Ortskerns hängt ganz bestimmt nicht davon ab, wie viele Wochen früher oder später der Maibaum umgelegt wird!“ Böltl und die Gemeinde seien dankbar dafür, dass es engagierte junge Menschen gibt, die sich ehrenamtlich für die Tradition einsetzen. Der BV hat aus dem gefällten Maibaum einen Meter für sich herausgeschnitten als Nagelstock fürs nächste Maibaum-Stüberl. „Den Rest lassen wir im Sägewerk in Scheiben schneiden und verkaufen diese beim Dorffest für einen wohltätigen Zweck“, sagt Neumeyer

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