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Im Hintergrund das Mehrfamilienhaus mit 23 Wohnungen, im Vordergrund die Baugrundstücke, auf denen sieben Reihenhäuser entstehen sollen. Foto: BB

Ansturm auf Grundstücke für Reihenhäuser und Wohnungen

100 Bewerber für sieben Bauparzellen

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Noch sind die Wohnungen nicht fertig und die Bauparzellen nicht öffentlich ausgeschrieben. Doch jetzt schon melden sich bei Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) fast täglich Bewerber.

KirchheimDas Haus mit 23 Gemeindewohnungen, zwei Notunterkünften, einer Kinderkrippen- sowie einer Kindergarten-Gruppe an der Ecke Münchner Straße/Heimstettener Moosweg steht kurz vor der Fertigstellung. „Seit Monaten bekomme ich dafür fast täglich Anrufe und Mails von Interessenten, das sind schon zehn Mal mehr, als wir unterbringen können“, berichtet Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) im Bauausschuss.

Direkt daneben, an der Caramanicostraße, ist ein gemeindeeignes Grundstück mit Baurecht für sieben Reihenhäuser. Diese sollen nun auf Antrag der CSU im Rahmen eines noch zu beschließenden Erbpachtmodells an „Einheimische und Rückkehrer“ vergeben werden. „Auch dafür haben wir bereits 100 konkrete Anfragen – der Bedarf ist also enorm“, so Böltl.

Anfang März hatte die CSU-Fraktion den Antrag gestellt, das freie Grundstück an ortsansässige Familien und Rückkehrer im Baulandmodell zu vergeben. „Wir brauchen dringend mehr Möglichkeiten in unserer Gemeinde Immobilieneigentum zu erwerben. Die Marktpreise explodieren, viele Familien ziehen weiter raus, vor allem in die Landkreise Ebersberg und Erding. Wir dürfen diese sofort verfügbare gemeindliche Fläche nicht ungenutzt ruhen lassen“, begründete Frank Holz (CSU).

Er schlug daher vor, die sieben Parzellen, auch als Testlauf für das Projekt Kirchheim 2030, sehr kurzfristig in einem Erbpachtmodell an Ortsansässige zu vergeben. Böltl ergänzte, dass die Verwaltung aktuell festlege, welche Kriterien an die beiden Gruppen Einheimische und Rückkehrer zu stellen seien. „Wir sollten aber die Hürden dafür nicht zu hoch legen. Ich bin gegen einen Verkauf der Grundstücke, wir haben nicht so viele und sollten eher neue kaufen. Daher plädiere ich für das Modell Erbpacht, auch dafür erarbeiten wir gerade ein Konzept.“

Thomas Etterer (SPD) war irritierte die CSU-Begründung, die sieben Parzellen als Test für Kirchheim 2030 zu nehmen. „Da sind doch völlig andere Voraussetzungen, können wir denn da überhaupt direkt eingreifen?“ Böltl antwortete, dass es beim 2030-Plan eher darum gehe, fertige Häuser mit Grundstück zu verkaufen und nicht bebaubare Grundstücke. Angela Hilger (VFW) warb für das Einheimischenmodell: die Gemeinde solle ihre finanziellen Möglichkeiten ausschöpfen und die Grundstücke so günstig wie möglich Einheimischen verkaufen.

Er sei gegen einen Verkauf und für Erbpacht, unterstrich der Bürgermeister noch einmal und erhielt Unterstützung von Franz Glasl (CSU): „Wir müssen die Grundstücke in unserer Hand halten und so von der Wertsteigerung profitieren“, sagte Glasl.

Ewald Matejka (SPD) fragte, wer von den 100 Interessenten die sieben Grundstücke erhalten werde. „Auch dafür erarbeiten wir ein Konzept, damit das möglichst gerecht zugeht“, sagte Böltl. Gegen die Stimmen der SPD beschloss der Bauausschuss, alles in die Wege zu leiten, um sieben Reihenhaus-Bauparzellen in Erbpacht zu vergeben.

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