Ein Dankeschön mit Blumen haben die Vorsitzende der Schulweghelfer Petra Meinsen (Vierte, v.l.) und ihre Stellvertreterin Heike Kraft (Siebte v.l.) organisiert für (v.l.) Anja Dobrowolksi (zehn Jahre Mitarbeit), Maximilian Böltl (fünf Jahre), Evelyn Zahler (20 Jahre), Ingeborg Reibold (30 Jahre), Susan Gentz (fünf Jahre), Kira Iben (fünf Jahre), Sylvia Kellermann (15 Jahre), Sandra Listl (fünf Jahre), Regine Bartelt (fünf Jahre) und Kerstin Niederbäumer (fünf Jahre). Foto: SAB

Auszeichnung für Schulweghelfer

Kirchheim - Bei Wind und Wetter stehen die Schulweghelfer an kritischen Straßenübergängen, um Kindern einen sicheren Schulweg zu ermöglichen. 40 Jahre ohne Unfall ist die Bilanz, auf die der Schulförderverein Kirchheim stolz blickt. Zehn Helfer erhielten jetzt eine Auszeichnung.

Ingeborg Reibold ist seit 30 Jahren mit im Lotsen-Team. Jeden Donnerstag steht sie ab 7.30 Uhr am Übergang Heimstettner- und Florianstraße. Seit 1975 wohnt sie in Kirchheim, Sohn Karsten ist erwachsen, auch als er dem Schulalter entwachsen war, hat Reibold nicht ans Aufhören gedacht. „Solange die mich brauchen, bin ich dabei“, sagt sie und erinnert sich auch an Situationen, in denen sie buchstäblich als letzter Rettungsanker für „ihre Kinder“ da war. Der Verkehr nimmt zu, ist die Autobahn voll, dann werden es noch mehr Autos, die ihre Kreuzung überqueren. „Manche haben’s eilig und versuchen sich noch schnell über eine dunkel-gelbe Ampel rüberzumogeln. Da war’s manchmal brenzlig.“

Trotzdem, ihre Arbeit macht ihr Spaß, seitdem es die warmen, gelb-orangen Mäntel gibt noch mehr, das freundliche „Hallo“ und „Guten Morgen Frau Reibold“ freut sie jeden Tag. Die Schulweghelfer gehen auf eine Initiative des Kirchheimer Schulfördervereins zurück, die jedes Jahr Aufrufe zum Mithelfen startet. „Denn oft hören Lotsen auf, wenn die eigenen Kinder die Schulen verlassen“, sagt die Vorsitzende des Vereins, Petra Meinsen.

Zum Glück kommen aber regelmäßig Neue hinzu, auch immer mehr Männer machen mit. Prominentester Vertreter ist Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU), der seit fünf Jahren als Lotse arbeitet und damit ein „schönes und ganz wichtiges Ehrenamt“ ausfüllt, wie er selbst sagt. Peter Melchiar ist seit sechs Jahren Springer, wenn ein Stamm-Lotse ausfällt, dann klingelt um sieben Uhr morgens sein Telefon und man ruft ihn zum Einsatz. Nicht ganz neu dabei ist Martina Gruber, die ein paar Jahre Pause gemacht hat. Statt Geld zu spenden, engagiere sie sich lieber auf direktem Wege unmittelbar in ihrer Gemeinde: „Ich bin meinen Kindern ein Vorbild, meine Tochter ist auch stolz auf mich.“ Die halbe Stunde, die sie hilft, muss sie in ihrem 30-Stunden-Job wieder hereinarbeiten. „Aber mein Arbeitgeber steht voll hinter mir und akzeptiert, wenn ich an einem Tag der Woche morgens eine halbe Stunde später komme.“ Ganz neu dabei ist seit September Jochen Zimpelmann, er hat - wie auch Melchiar - das Glück, von zu Hause aus arbeiten zu können. Zimpelmann sorgt montags in Hausen für Sicherheit.

Entlohnung für das ehrenamtliche Engagement gibt es in Form einer Einladung zum Essen vom Verein und von der Gemeinde. Zuständig für die Organisation und Einteilung der insgesamt 67 Schulweghelfer, die für neun gesicherte Straßenübergänge sorgen, ist die Zweite Vorsitzende des Vereins, Heike Kraft. „Traurig trete ich mit den nächsten Wahlen vom meinem Amt zurück. Meine Kinder sind aus dem Schulalter heraus und dann fehlt mir der direkte Bezug. Bleibe aber natürlich im Verein und helfe weiter mit“, sagte sie.

Daniel Zepf wird die Organisation der Schulweghelfer übernehmen, Kira Iben kandidiert für den zweiten Vorsitz. Damit ist das Funktionieren des Vereins gesichert. Die Gemeinde kann weiterhin auf die „Gute-Laune-Truppe“ zählen.

Sabina Brosch

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