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Gar nicht gut geht es dem Otto, gespielt vom Volksbühne-Neuling Pirmin Schwiertz. Hilde (rechts Martina Rosilius) und Sofie (Helene Pusl) können sich das nicht erklären.

Bayerische Volksbühne

Beim Neuwirt in Kirchheim liegen zwei Leichen im Keller

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Kirchheim – Seit über 40 Jahren bringt Helmut Englmann mit seiner „Bayerischen Volksbühne“ jedes Jahr ein Mundart-Stück auf die Bühnen zwischen Aschheim und Kirchheim. Heuer sind es zwei: im Frühjahr „Der verkaufte Großvater“ und aktuell „Zwoa Leichen im Keller“. Wie immer sind die Plätze im Gasthof Neuwirt voll besetzt, jeder weiß, was ihn erwartet: Gutes Essen, dazu eine Kriminalkomödie im Dialekt.

Wenn Helmut Englmann nach dem zweiten Läuten mit seiner rostigen Kuhglocke vor den geschlossenen Vorhang tritt, das Publikum mit lockeren Geschichten und ein, zwei nicht immer ganz taufrischen Anekdoten auf den Abend vorbereitet, sind meist alle fertig mit dem Hauptgang. Das Dessert zur Pause nach dem ersten Akt wurde bereits geordert. Hoffentlich blieb die süße Sünde nicht so manchem der 130 Premiere-Besucher im Hals stecken. Denn auf der Bühne fallen kurz nacheinander die beiden gestanden Mannsbilder Otto und Konrad tot um, nachdem sie sich den angebotenen Kaffee mit viel Zucker aus der Dose der jüngst verblichenen Tante Frida versüßt hatten.

Bühnen-Neuling ist nach fünf Minuten tot

„Auch die Tante ist so plötzlich gestorben – irgendwas stimmt da nicht mit dem Zucker, obwohl er so schön süß ist!“, bemerkt Sofie zu ihrer Schwester Hilde. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf: Die beiden Schwestern müssen die Leichen verstecken vor Konrads Verlobter Hannelore und natürlich vor ihrem Nachbarn, dem Kommissar Berger. Der ahnt rasch, dass da etwas nicht stimmt. Wofür wurde im Garten eine Grube ausgehoben? Welche Rolle spielt die Zuckerdose? Wer hat sich am Tresor zu schaffen gemacht und den geheimen Computer-Chip gemopst? Und wo sind am Ende eigentlich die „zwoa Leich‘n“?

Alle sieben Vorstellungen ausverkauft

Geschrieben hat das Stück Margit Suez, der Kirchheimer Englmann adaptierte es auf seinen „Kiramer“ Heimatdialekt, führt Regie und spielt wie immer selbst mit. „Aber bittschön: Krimmi mit zwoa M!“, darauf legt er Wert. Noch fünf Mal wird sein bewährtes Ensemble das Stück aufführen: Helene Pusl als Sofie, Martina Rosilius als Hilde, Anton Vitzthum und Sonja Schöne als Kommissar Berger und dessen Frau Elfriede, Tamara Plaul als Hannelore. Ein kurzes Gastspiel geben die beiden Leichen Konrad (Christian Jeblick) und Otto (Piermin Schwiertz), der Gymnasiast ist heuer erstmals bei der Volksbühne dabei und bereits nach fünf Minuten tot. „Für mich ist das jedes Jahr herrlich zu sehen, wie gerne die Menschen aus Kirchheim und Umgebung zu uns kommen. Schon nach einer Woche waren sämtliche sieben Vorstellungen ausverkauft“, sagt Helmut Englmann stolz.

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