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Anstoßen auf den Sieg: Die Befürworter, darunter (v.r.) Gerd Kleiber (FDP), Marianne Hausladen (CSU), Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) und Frank Holz (l., CSU), prosten sich am späten Wahlabend im Ratskeller mit Sekt zu.

Bürgerentscheid mit deutlichem Votum

Kirchheim baut ein neues Zentrum

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„Kirchheim 2030“ wird es geben: Mit 71,7 Prozent hat sich eine große Mehrheit am Sonntag beim Bürgerentscheid fürs neue Ortszentrum ausgesprochen. Es war eine letzte Chance. 

Kirchheim – Großer Jubel bei den Befürwortern des Strukturkonzepts „Kirchheim 2030“: Mit 71,7 Prozent hat sich eine deutliche Mehrheit der Kirchheimer (10 230 Wahlberechtigte) für das Konzept von CSU, SPD, FDP und ÖDP ausgesprochen. Nun, nach 40 Jahren Ringen um eine Lösung fürs Zentrum, das Kirchheim und Heimstetten näher zusammen- und Wohnraum für 3000 neue Bürger bringt, will die Gemeinde keine Zeit mehr verlieren: Schon gestern Abend stand das Thema auf der Tagesordnung des Gemeinderats.

„Diese hohe Zustimmung ist eine große Sensation, aber enorm wichtig für unsere Gemeinde. Wir werden jetzt so schnell wie möglich die notwendigen Schritte einleiten, um den Bebauungsplan auf Grundlage des Strukturkonzepts aufzustellen“, sagte ein sichtlich erleichterter Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) am Sonntagabend. Mit über 20 Informationsveranstaltungen, enorm hohem finanziellen Aufwand und der Hilfe von zwei Münchner Werbeagenturen, einer Bürgerinitiative und einem Schulterschluss von vier Fraktionen des Gemeinderats hatte Böltl das Projekt, durch das die Gemeinde auf 486 600 Quadratmetern ein neues Gesicht erhält, durchgesetzt. Zwar wären das neue Gymnasium auch gebaut und das Kirchheimer Ei umgestaltet worden, wenn sich die Bürger gegen das Konzept entschieden hätten. „Aber eben alles wesentlich später als wir es jetzt machen können“, sagt Böltl. Im besten Fall könnte 2019 der Spatenstich fürs Gymnasium erfolgen. Böltl fügte hinzu: „Für eine neue Ortsmitte sowie den Ortspark zwischen Kirchheim und Heimstetten wäre der Zug endgültig abgefahren gewesen. Noch einen Versuch hätte es nach 40 Jahren Diskussion im Gemeinderat wohl nicht mehr gegeben.“

Die letzte Chance hat Kirchheim genutzt. Ganz deutlich reichte der Bürgermeister auch den Gegnern die Hand. „Die 28,3 Prozent, die das Konzept ablehnen, wollen wir mit ins Boot holen und gemeinsam die Zukunft Kirchheims planen“, versprach Böltl. Bezeichnend: Weder Oppositionsführer Rüdiger Zwarg (Grüne) noch ein Vertreter der Freien Wähler oder der LWK-Fraktion waren am Sonntagabend im Rathaus erschienen, wo rund 20 Befürworter unter sich bei Bier, belegten Semmeln und Knabbereien lang auf ein Ergebnis warteten. Die Erleichterung war groß, als der Bürgermeister um kurz vor 22.30 Uhr eine richtungsweisende Zwischenbilanz verkündete. Zu diesem Zeitpunkt war erst die Hälfte der Stimmen ausgewertet. Denn zunächst galt es, die Stimmen der Bundestagswahl auszuzählen. Schon da gehörte Kirchheim zu den letzten drei Gemeinden im Landkreis, die Ergebnisse lieferten.

Hier gibt‘s nochmal die aktuellen Infos  aus dem Live-Ticker 

Der Live-Ticker vom Wahlabend am Sonntag.

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