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Wahl 2020: SPD verzichtet auf Bürgermeisteramt und unterstützt CSU-Kandidaten

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Von: Bert Brosch

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Schwarz-rotes Bündnis: Gemeinsam für den CSU-Bürgermeister Maximilian Böltl (M.) kämpfen (v.l.) Stefanie Jürgens (CSU), Ewald Matejka (SPD), Stephan Keck (SPD) und Marianne Hausladen (CSU). © Bert Brosch

Was in Berlin kriselt, soll in Kirchheim gut werden: SPD und CSU bilden eine Große Koalition. Die Sozialdemokraten unterstützen bei der Kommunalwahl 2020 den CSU-Kandidaten.

Kirchheim – In Berlin steht die GroKo in der Kritik. In Kirchheim soll es besser laufen: CSU und SPD koalieren im Wahlkampf für die Kommunalwahl 2020. Die Sozialdemokraten verzichten auf einen eigenen Bürgermeisterkandidaten, stärken dafür dem CSU-Kandidaten und Amtsinhaber Maximilian Böltl den Rücken.

„Man muss auch mal Gräben zuschütten, wir halten Böltl für den richtigen Mann für Kirchheims Zukunft“, sagte Stephan Keck (SPD) bei einem Pressegespräch am Freitag. Vor fünf Jahren bekämpften er und Böltl sich noch im Kampf um den Bürgermeister-Posten. Der CSU-Mann siegte damals knapp, danach gab es tiefste Gräben im Gemeinderat. Die SPD als zweitstärkste Fraktion wollte gemeinsam mit Grünen, VFW und LWK der CSU Paroli bieten. Alles vergeben und vergessen.

„Hier auf kommunaler Ebene arbeiten wir aber zusammen“

Offensichtlich hatten es beide Parteien eilig mit der Bekanntgabe ihrer Entscheidung. „Bei uns fand erst Donnerstagabend die Aufstellungsversammlung statt“, sagte CSU-Ortsvorsitzende Stefanie Jürgens. „Dabei haben wir den Max mit 100 Prozent gewählt – der Max macht also weiter.“ Bei der SPD findet die Aufstellungsversammlung erst in zwei Wochen statt, Ortsvorsitzender Rolf Siegel war beruflich verhindert. „Dennoch wollen wir schon bekannt geben, dass wir auf einen eigenen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl verzichten“, sagte Keck. „Wir haben derart viele Aufgaben vor uns, da würde jeder Tag eines Wahlkampfs die Gemeinde nur unnötig bremsen.“

Dass man Böltl „zum Wohle der Bürger und Gemeinde“ unterstütze, bedeute jedoch keineswegs, dass CSU und SPD ein gemeinsames Wahlprogramm aufstellen, betonte Keck: „Wir haben unsere eigenen Ideen und Vorstellungen und für die werden wir auch weiterhin kämpfen. Nach wie vor ist die CSU sehr weit von meinen Vorstellungen und Ideen entfernt – hier auf kommunaler Ebene arbeiten wir aber zusammen.“

CSU-Kandidat will „überparteilicher Bürgermeister“ sein

Auch Böltl betonte, dass er nach wie vor „ein stolzer und überzeugter CSU-Mann sei“ und man schon auch deutliche Unterschiede habe. „Aber wir haben uns in den letzten Jahren wirklich sehr gut angenähert, beide Parteien haben immer wieder im Sinne der Kirchheimer für eine gemeinsame Lösung nachgegeben“, sagte er. Er wolle als „überparteilicher Bürgermeister“ arbeiten, was nicht heiße, „dass ich aus der CSU austrete“.

Die SPD- wie CSU-Vertreter waren sich einig, dass sie nach einem recht holprigen Start in die Legislaturperiode vieles in den vergangenen sieben Jahren für Kirchheim erreicht hätten. „Es war am Anfang so, dass wir die Straßenseite gewechselt haben, wenn wir uns sahen“, erinnert sich Keck. Woher die neue schwarz-rote Freundschaft rührt? „Bei einem Bier auf neutralem Boden in Feldkirchen haben wir uns so richtig ausgesprochen und waren uns einig: Nur miteinander geht es“, sagte Böltl.

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Seither konnte man die tiefen Gräben überwinden. Gemeinsam habe man die Projekte Kirchheim 2030, Landesgartenschau, das neue Gymnasium und Rathaus angeschoben. „Miteinander macht’s viel mehr Spaß, Miteinander geht einfach mehr“, sagte Böltl und Matejka ergänzte: „Jetzt müssen wir es eben auch unseren Wählern schmackhaft machen.“

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