Die Spritpreise sind so hoch wie zuletzt 2014.
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Die Spritpreise sind so hoch wie zuletzt 2014.

Autofahrer sauer

Explodierende Spritpreise: „Ich fühle mich abgezockt“

  • Sebastian Schuch
    VonSebastian Schuch
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Wut an der Zapfsäule: Die Autofahrer im Landkreis sind sauer über die steigenden Spritpreise. Sie sind so hoch wie zuletzt 2014. Dass daran das Niedrigwasser im Rhein schuld ist, glaubt nicht jeder.

Landkreis – „Das ist eine einzige Sauerei“, schimpft eine Ottobrunnerin. Weil sie nicht mehr weit laufen könne, sei sie auf ihr Auto angewiesen und müsse viel fahren. Und oft tanken. Norbert Maday geht noch eine Stufe weiter. „Ich fühle mich abgezockt, die Preise sind zu hoch“, schimpft der 75-jährige Kirchheimer.

Der Unmut der Autofahrer entlädt sich dann beim Bezahlen. „Die Leute beschweren sich häufig“, sagt der Pächter einer Ottobrunner Tankstelle. „Jetzt seid’s aber richtig teuer wor’n“ höre er oft. Beschimpft werde er persönlich jedoch nicht. Die Autofahrer wüssten, „dass wir nicht die Preise machen, sondern abhängig sind“.

Schnäppchenjäger: Horst Weyh (74) sucht sich günstige Tankstellen.

Das glaubt Norbert Maday. „Der Grund ist sicherlich nicht, dass die Tankstellenpächter zu viel verdienen.“ Warum die Spritpreise im vergangenen halben Jahr explodiert sind, kann er sich aber nicht erklären. Die Begründung, dass das Niedrigwasser im Rhein schuld ist an den hohen Spritpreisen, weil deutlich weniger Kraftstoff per Schiff transportiert werden kann, lässt er nicht gelten. „Das ist vorgeschoben.“ Außerdem war Rohöl zuletzt im Februar billiger.

Preise wie zuletzt 2014

Diesel und Benzin sind so teuer wie zuletzt im September 2014. 1,51 Euro kostet der Liter E 10 im Oktober im Bundessschnitt, 19 Cent mehr als im März. Seit Monaten steigt der Preis. An den Zapfsäulen im Landkreis oft sogar über 1,60 Euro. Deshalb tankt Norbert Maday meistens nur 20 Liter. „In der Hoffnung, dass der Preis fällt.“ Aber er fällt nicht.

Ähnlich macht es Horst Weyh. „Ich warte nicht, bis der Tank fast leer ist“, sagt der 74-Jährige beim Tanken in Ottobrunn. Sieht er eine günstige Tankstelle, schlägt er zu. Vergleichen lohnt sich. Allein in Ottobrunn betrug der Unterschied bei einer Stichprobe bis zu sechs Cent. Wer nicht die erstbeste Zapfsäule ansteuert, spart. Aufs Jahr gerechnet kommen schnell hundert Euro oder mehr zusammen.

Sparfüchse tanken abends

Sparen kann man auch, wenn man zu den richtigen Zeiten tankt. Während des Berufsverkehrs und am Mittag ist es teuerer, am Abend oft günstiger.

Sauer über hohe Preise: Norbert Maday (75) aus Kirchheim.

Der Ottobrunner Tankstellenpächter macht Hoffnung, dass die Preise wieder fallen. Nur wann, da ist er nicht sicher. „Das kommt drauf an, wann es wieder regnet, der Rheinpegel steigt und die Schiffe voll beladen fahren können.“ Dann sinken die Transportkosten und in der Folge die Preise. Zumindest in der Theorie. Daran glaubt Norbert Maday nicht. „Man hält die Preise einfach hoch.“

Horst Weyh wünscht sich, dass die Regierung bei den derzeitigen Preisen die Mineralölsteuer für Kraftstoffe senkt. Allerdings plant der Bund vielmehr, die Steuer für fossile Brennstoffe noch zu erhöhen.

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