+
Obwohl am Tannenweg seit Jahren viele Menschen in Sichtweite zum Gewerbegebiet wohnen, will die Verwaltung eine Schallschutzwand bauen.

Gegen den Wunsch von Bürgermeister Maximilian Böltl

Flüchtlingsunterkunft am Tannenweg kommt

  • schließen

Kirchheim - Die Flüchtlingsunterkunft in Heimstetten, zwischen Tannenweg und Werbering, darf gebaut werden. Das haben die Gemeinderäte mehrheitlich im Bauausschuss entschieden – und sich damit auch gegen Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) gewandt.

 Böltl wollte die Unterkunft an dieser Stelle nicht, weil Lärmschutz und eine Erschließungsstraße fehlen. „Normal bekommt doch jeder Antragsteller die Gelegenheit, so kleine Mängel abzustellen, warum der denn nicht?“, wunderte sich nicht nur Gemeinderat Marcel Prohaska (SPD). Im Februar hatte der Gemeinderat entschieden, für die damals fehlenden 170 Asyl-Plätze je zwei Häuser für 100 Menschen an der Erdinger Straße sowie südlich des Tannenwegs von Investoren bauen zu lassen (wir berichteten). Auf Grund des stark nachlassenden Flüchtlingsstroms muss Kirchheim nach den jüngsten Zahlen aus dem Landratsamt 97 neue Plätze im laufenden Jahr schaffen, daher sollen zwei Häuser für jeweils 50 Menschen gebaut werden. „Am 1. Februar wurde ein Vorantrag zur Errichtung einer Flüchtlingsunterkunft am Tannenweg im Gemeinderat eingereicht. Die Genehmigung dafür haben wir in Aussicht gestellt, wenn als Abgrenzung des Wohngebiets zum Gewerbegebiet eine Lärmschutzwand errichtet wird oder die Gebäude mit Schallschutzmaßnahmen versehen werden. Zudem muss eine Erschließungsstraße geplant sein“, sagte Harry Mayer von der Bauverwaltung der Gemeinde. Dies habe man den Antragsteller mitgeteilt, dennoch fehle beides im Bauantrag. Daher sei der Bauantrag abzulehnen, sagte Mayer. Susanne Merten-Wente (Grüne) findet den Standort absolut zumutbar, auch ohne zusätzlichen Lärmschutz, „denn dort wohnen ja seit Jahrzehnten Menschen ohne eine solche Wand.“ Zudem habe das Landratsamt in seiner Stellungnahme deutlich gemacht, dass ein Wohnen dort möglich sei, auch ohne zusätzlichen Lärmschutz. Frank Holz (CSU) unterstrich, dass man sich von Anfang an auf eine Verteilung der Flüchtlinge auf Heimstetten und Kirchheim geeinigt habe, „dabei sollten wir nun auch bleiben, auch wenn es nur noch 50 Menschen an jedem Standort sind. Auf keinen Fall sollten jetzt alle Flüchtlinge nach Heimstetten an den Tannenweg.“ Ilse Pirzer (SPD) erinnerte daran, dass sie den Standort Tannenweg immer abgelehnt habe. „Doch jetzt ein Asylhaus dort abzulehnen wegen zwei Kleinigkeiten, das halte ich für falsch.“ Fraktionskollege Thomas Etterer zeigte sich erstaunt, dass der Antragsteller in seiner Gegendarstellung zur Behauptung des Bauamts sagt, dass er die Änderungswünsche nie erhalten habe. „Wenn man dem das nicht mitgeteilt hat, kann man ihm das heute nicht ablehnen. Oder gibt es noch andere Gründe für die Ablehnung?“ Hierzu Harry Mayer vom Bauamt: „Ich ging davon aus, dass er das bekommen hat. Aber es ist nicht unsere Aufgabe, das zu prüfen, sondern seine, alle Informationen und Unterlagen zu sammeln.“ Böltl sagte, man hätte gerne Details mit dem Landratsamt abgeklärt, etwa zu den Themen Schallschutz, Größe des Hauses oder Nutzungsdauer, nur sei der Bauantrag einfach zu kurzfristig eingereicht worden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Großeinsatz in Asylbewerberheim
Mögliche Schüsse in einem Asylbewerberheim nahe des S-Bahnhofs Höhenkirchen haben am Sonntagabend ab 21 Uhr zu einem Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr geführt. Auch …
Großeinsatz in Asylbewerberheim
Ottobrunn will attraktiver Arbeitgeber bleiben
Die Verantwortlichen im Ottobrunner Rathaus wissen, dass sie um gutes Personal für die Verwaltung kämpfen müssen. Nun können mehr Mitarbeiter in den Genuss eines …
Ottobrunn will attraktiver Arbeitgeber bleiben
Jochen Schweizer Arena öffnet: Das ist ab 4. März 2017 geboten
Taufkirchen - Am Samstag, 4. März 2017, öffnet die Jochen Schweizer Arena in Taufkirchen. Was ist dort geboten? Und wie hoch sind die Preise? Alle Informationen.
Jochen Schweizer Arena öffnet: Das ist ab 4. März 2017 geboten
Zu Ehren des Reformators aufgekocht
Wie und vor allem was haben die Menschen in der Renaissance gegessen und getrunken? Eine Ahnung von den Tischsitten und Kochkünsten des 15. und 16. Jahrhunderts haben …
Zu Ehren des Reformators aufgekocht

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion