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Einfach mal was Neues: Hans-Peter Groiss probiert das Zitronenmelisse-Wasser von Irmgard Reischl. Der Heimstettner ist mit 59 Jahren der jüngste Teilnehmer des Infotages.

Fünf Handvoll Obst pro Tag halten Wehwechen fern

Kirchheim – Gesunde Ernährung und ein gesundes Maß an Bewegung - das sind die beiden wichtigsten Säulen, um im Alter fit und gesund zu bleiben. Sagen die Experten.

Mit Genuss und „Bewegt“ ins Alter! Nach diesem Motto bot das „Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten“ in Ebersberg, das auch für den Landkreis München zuständig ist, im Kirchheimer Pfarrsaal St. Peter eine Veranstaltung des Netzwerks „Generation 55plus“ an. Trotz intensiver Werbung kamen lediglich 30 Interessierte mit auf die Reise durch die Geheimnisse einer ausgewogenen und genussvollen Ernährung sowie eines aktiven Alltags.

Seit September führte das Amt mehrere Veranstaltungen im Landkreis Ebersberg durch, alle recht gut besucht: „Beim Männerkochen oder dem Rundgang durch den Großmarkt hatten wir viel mehr Anmeldungen als freie Plätze“, sagte Organisatorin Irmgard Reischl.

Nun gab es auch einen Termin im Landkreis München zum Thema „Gesunde Ernährung und Bewegung“. An vier Genussinseln konnten sich die Besucher – der jüngste war 59, der älteste über 80 Jahre alt – informieren: Brot und Öl, Wasser und Bewegung, Obst, Gemüse und Milchprodukte sowie Kräuter und Gewürze hießen die Stationen. Ernährungsberaterin Jutta Löbert hielt dazu einen Vortrag mit zahlreichen Tipps und nannte einige Schlagworte: „Drei Mal täglich fettarme Milch und Milchprodukte, das stärkt den Knochenbau. Fünf Mal täglich so viel Obst oder Gemüse essen, wie in die eigene Hand passt, das ist Genuss mit Nährstoff-Plus. Reichlich Kräuter und Gewürze für die Genießerküche, sie wecken die Sinne. Mehr Vollkorn-Brot und -Nudeln, das sind Sattmacher mit Geschmack. Pflanzliche Öle statt tierischer Fette, dann läuft’s wie geölt und das stärkt Herz und Kreislauf. Sechs Mal täglich ausreichend trinken, insgesamt mindestens eineinhalb Liter, dann bleibt alles im Fluss. So viel Bewegung wie möglich – kleine Schritte, große Wirkung.“

Begleitend dazu gab Löbert Tipps, etwa, dass fein gemahlenes Vollkornbrot für Senioren mit Schluckbeschwerden wesentlich einfacher zu essen ist als Weißbrot. Oder, dass zu einer sinnvollen täglichen Bewegung nicht nur zügiges Gehen oder Radeln gehören, sondern auch Tanzen. Außerdem, dass das Treppensteigen besser ist als das Aufzugfahren, und dass das Zähneputzen auf einem Bein wichtig ist, um die Balance zu trainieren. „Wer sich regelmäßig körperlich bewegt, aktiviert auch sein Gehirn – das ist also Gehirn-Jogging“, sagte sie.

Das Amt will die größten Probleme und Fehler bei der Ernährung und Bewegung älterer Menschen gezielt ansprechen. „Wir richten uns mit unserer Veranstaltung zwar an Menschen ab 55 Jahren, doch die stehen fast alle noch im Berufsleben, da erreichen wir kaum einen. Aber je früher jeder mit der Umstellung seiner falschen Gewohnheiten anfängt, umso besser – im hohen Alter ist das schwierig“, sagte Irmgard Reischl.

Wer wollte, konnte dann auch gleich „gesunde Ernährung“ ausprobieren: feines Vollkornbrot mit Butter, Smoothies mit Gewürzen, es gab Salate und Kräuter und einen flüssig angerührten Joghurt mit Kresse und gemixter Salatgurke.

Initiiert hatte die Veranstaltung in Kirchheim die ehemalige Seniorenbeauftragte der Gemeinde, Veronika Lenz. „Das war ein erster Versuch, möglichst viele Senioren mit dieser wichtigen Thematik zu erreichen. Beim nächsten Mal kommen bestimmt schon mehr“, sagte sie.  bb

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