G 9: Grüne fordern, dass Freistaat zahlen soll

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Freistaat Bayern soll die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G 9) finanzieren: Bereits in der Sitzung Mitte September wollen die Grünen dem Kreistag eine entsprechende Resolution vorlegen. Notwendige Um- und Erweiterungsbauten an Gymnasien im Landkreis München sollen dem Bundesland Bayern in Rechnung gestellt werden.

Landkreis – Der nicht abreißende Zuzug in die Metropolregion München, dazu bayernweit mit 60 Prozent die höchste Übertrittsquote auf Gymnasien: Die ohnehin stark ausgelasteten Schulen werden ihre Kapazitätsgrenzen bald schon wieder überschreiten. Trotz Neubauten und ständiger Erweiterungsmaßnahmen.

Kirchheim mag hierfür als Beispiel dienen. Dereinst für weniger als 1000 Schüler konzipiert, drängen sich zwischenzeitlich an die 1300 Gymnasiasten in die Klassenzimmer. Bis zum Jahr 2035 sollen es 1600 sein. Ein Neubau muss her, der 1200 Schüler aufnehmen soll. Die Fertigstellung ist für 2020, 2021 anvisiert. Für nicht wenige Gymnasien rechnet Landrat Christoph Göbel (CSU) bis 2035 sogar mit bis zu 1900 Schülern. Die bereits genehmigten Schulen in Unterföhring und Ismaning könnten daran genauso wenig ändern wie ein Gymnasium in Aschheim.

Neue Gymnasien also entstehen in Ismaning und Unterföhring. Was den geplanten Neubau in Aschheim betrifft, sind Zweckverband und Landkreis sich ebenfalls einig. Auf eigenem Grund mit Realschule könnte Aschheim idealerweise einen Schulcampus einrichten, einschließlich einiger Außenklassen für die FOS/BOS in Haar. Und sollte der Zulauf auf Gymnasien im Münchner Umland anhalten, stünde Feldkirchen zur Stelle.

Und davon geht der Fraktionschef der Grünen, Christoph Nadler, allemal aus. „Durch das G 9 steigt die Zahl der Schüler noch mehr an.“ Wenn das G 9 ab September kommenden Jahres reaktiviert wird, erwartet er 2500 weitere Gymnasiasten allein durch den zusätzlichen Jahrgang aufgrund des Wechsels. „Und wer trägt die Kosten? Die Kommune.“ Denn bei weiterführenden Schulen zahlen Kommunen 70 Prozent der Baukosten – auch bei einer Generalsanierung. Der Landkreis übernimmt 30 Prozent sowie die vollen Kosten bei Umbauten.

In der vor nicht allzu langer Zeit im Kreistag beschlossenen Regelung für Zweckverbandsschulen im Landkreis-Osten vermissen die Grünen das Verursacherprinzip. Das G 9 sei schließlich vom Landtag reaktiviert worden. „Überlegen Sie mal“, sagt Nadler und rechnet vor: „Sagen wir mal vier Gymnasien gegen den ärgsten Druck. Bei durchschnittlich 50 Millionen Euro pro Schule – Minimum.“ Doch die neue Schule in Kirchheim allein, soll Prognosen zufolge, schon 88,45 Millionen Euro kosten. Neu gebaute Schulen sind laut Nadler nicht für das G 9 konzipiert. Die älteren Gymnasien seien längst zu klein: „Wer soll da die Kosten übernehmen, wenn nicht der Verursacher selbst?“ Niemand hat etwas einzuwenden gegen die Rückkehr des G 9, meint Nadler. Er selbst sei ein Befürworter des neunjährigen Gymnasiums.

Die Entscheidung des bayerischen Landtags ziehe erheblich Konsequenzen nach sich. „Bei uns gilt das Konnexitätsprinzip“, sagt Nadler. Der Freistaat habe demnach für Ausgleich zu sorgen, wenn landespolitische Maßnahmen auf der kommunalen Ebene Mehrkosten verursachen. „Wer anschafft, zahlt“.

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