Die Gemeinde sorgt für mehr Barrierefreiheit

Der Pfarrer-Caspar-Mayr-Platz bekommt eine geteerte Gehspur. Das Kopfsteinpflaster ist ungünstig für alle, die nicht gut zu Fuß sind.

Von Bert Brosch

Kirchheim – Der alte Ortskern in Kirchheim rund um den Pfarrer-Caspar-Mayr-Platz wird umgebaut, er soll behindertengerecht gestaltet werden. Auf dem groben Kopfsteinpflaster haben vor allem Menschen Schwierigkeiten, die auf einen Rollstuhl oder einen Rollator angewiesen sind. Nun soll eine geteerte, glatte Gehspur entstehen. Allerdings wird es dafür keine staatliche Förderung geben, die Gemeinde muss die rund 215 000 Euro selbst bezahlen.

Im November hatte der Gemeinderat den barrierefreien Umbau des Platzes beschlossen (wir berichteten). Damals war die Verwaltung davon ausgegangen, dass sie Fördermittel aus der Städtebauförderung erhalten würde. Mitte Dezember erreichte die Gemeinde dann aber eine Mitteilung der Regierung von Oberbayern. In ihr stehe, „dass die Fördertöpfe zum einen sehr stark verkleinert und zudem absolut leer seien, unsere Maßnahme daher nicht berücksichtigt werden könne“, sagte Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) im Gemeinderat. Eine zweite Förder-Möglichkeit sei die Aufnahme in ein Bund-Länder-Programm. Doch dafür sei ein integriertes städtebauliches Konzept erforderlich und der zu erwartende Aufwand stehe in keinem Verhältnis zu den zu möglichen Fördergeldern, sagte Böltl. Auch wenn es kein Geld gebe, so habe man bei der Regierung von Oberbayern wenigstens erreicht, dass die Gemeinde keine bisher erhaltenen Fördermittel, die sie vor 16 Jahren beim Umbau des Platzes erhalten hatte, zurückzahlen muss. „Schon damals wollten wir das grobe Kopfsteinpflaster nicht, weil das für ältere und gehbehinderte Menschen sehr schwierig ist. Doch die Regierung hat uns für den Erhalt der Förderung genau das Pflaster aufgezwungen“, sagte Gemeinderätin Ilse Pirzer (SPD).

Nun sind sich alle Gemeinderäte einig, dass eine glatte Gehspur angelegt werden muss, die Kosten dafür werden auf rund 215 000 Euro taxiert.

Stephan Keck (SPD) wollte wissen, ob im Zuge der Baumaßnahmen die groben Löcher und Verwerfungen in den Fahrspuren auch beseitigt würden. Bauamtsleiterin Angela Hartinger-Hirn sagte, dass dort, wo man den Belag aufreißen werde, auch sämtliche Schäden behoben werden. Dies betreffe aber nicht den gesamten Platz. Gerd Kleiber (FDP) schlug vor, den Umbau um ein weiteres Jahr, auf 2018, zu verschieben. „Vielleicht gibt es ja dann wieder Fördergelder und wir könnten den ganzen Platz sanieren.“ Böltl machte da wenig Hoffnung, „diese Fördertöpfe sind leer. Wenn wir an die Bund-Länder-Gelder ran wollen, dauert das Verfahren bestimmt zwei bis drei Jahre. Die Förderhöhe läge vielleicht bei 40 bis 45 Prozent der Gesamtsumme, also unter 100 000 Euro. Doch wir wollen das jetzt möglichst rasch angehen.“ Marianne Hausladen (CSU) bedankte sich ausdrücklich bei dem ehemaligen SPD-Gemeinderat Rainer Ehrenberger: „Ohne Ihr ständiges Mahnen und Drängen, wären wir da nie so dran geblieben.“ Der freute sich über das Lob: „Nach sieben Jahren Kampf tut sich jetzt endlich was auf dem Platz für die alten Menschen – und die jungen Mädels mit ihren High Heels werden sich auch freuen.“

Und so beschlossen die Kirchheimer Gemeinderäte einstimmig, dass die Kommune die Kosten selbst übernimmt und den Platz umgestalten lässt. Dabei soll auch geprüft werden, wie das Areal für Fahrradfahrer nutzerfreundlicher gestaltet werden kann. Dies hatte die LWK gefordert.

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