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Pfarrerin Susanne Kießling-Prinz gestaltet mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Alois Prinz, den Gottesdienst.

"Fremdsein überwinden"

Gottesdienst aus Kirchheim live im Radio

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Kirchheim – „Fremdsein überwinden“ ist das Motto des Gottesdienstes in der Cantate Kirche Kirchheim am Sonntag, 6. November, 10 Uhr. Ein Motto, das dem Deutschlandradio eine Live-Übertragung auf 101,7 MHz wert ist. Pfarrerin Susanne Kießling-Prinz und ihr Mann, der Schriftsteller Alois Prinz, haben als Protagonistin für das Motto des Gottesdienstes Hannah Arendt gewählt.

Arendt hat das Fremdsein am eigenen Leib erfahren, als sie 1933 in die USA emigrierte. Von den Nazis im Jahr 1937 ausgebürgert, war sie staatenlos, bis sie 1951 die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt. Arendt setzte sich wie kaum eine andere politische Theoretikerin mit der Situation von Flüchtlingen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auseinander.

Es geht nicht primär um Flüchtlinge

„Die Flüchtlingssituation ist aber nicht das, was ich explizit anspreche“, sagt Susanne Kießling-Prinz. Es gehe ihr darum, wie man mit dem Fremdsein, das einem selbst ständig begegnet, umgehe. In ihrer Predigt setzt sie dies mit dem Wort Gottes in Beziehung. Alois Prinz veröffentlichte 1998 Arendts Lebensgeschichte „Beruf Philosophin oder Die Liebe zur Welt“, die als Taschenbuch bis an die Spitze der „Spiegel“-Bestsellerliste vordrang. Der Gottesdienst wird eine Kombination aus Biographie und Predigt sein, den Alois Prinz und Pfarrerin Kießling-Prinz im Wechsel gestalten.

Hannah Arendt steht im Mittelpunkt

„Uns lag die vielschichtige Person Hannah Arendt und ihre unzähligen Gedanken am Herzen“, sagt die Pfarrerin. Das fand auch bei der Rundfunkbeauftragten der evangelischen Landeskirche, Melitta Müller-Hansen, Gefallen. Sie gab den Anstoß für die Rundfunkübertragung. Andere Prinz-Biographien, etwa über Jesus, den Apostel Paulus oder Ulrike Meinhof, wurden deshalb zugunsten Arendts zurückgestellt.

Syrischem Ehepaar Kirchenasyl gewährt

Die Kirchheimer Pfarrerin selbst hat erst Anfang 2016 Menschen über das Fremdsein hinweggeholfen, als sie einem irakischen Ehepaar Kirchenasyl gewährte. Das Ehepaar war von der Abschiebung nach Spanien bedroht, „ist nun aber glücklich in Mönchengladbach bei ihrer Tochter Rita,“ sagt Kießling-Prinz. Erst kürzlich waren die Iraker in Kirchheim bei einem Gottesdienst. „Es geht ihnen sehr gut. Und für unsere Gemeinde war die Zeit, in der das Ehepaar hier gewohnt hat, eine ganz große Bereicherung.“

200 Personen haben in der Cantate-Kirche Platz, die Empore besetzt der Chor. Wer teilnehmen möchte, muss um 9.45 Uhr da sein. Die Übertragung beginnt pünktlich um 12 Uhr.

 

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