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Im Modell steht das neue Viertel schon: Markus Böhmfeld (l.) erläuterte die Planung bei der Bürgerversammlung.

Unterschriftensammlung

Grüne wollen Ortsmitte-Planung mit Bürgerbegehren kippen

Kirchheim – Im Juli 2017 will Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) mit einem Bürgerentscheid sein Konzept der neuen Ortsmitte von den Kirchheimern absegnen lassen. Die Grünen wollen das verhindern.

„Wir diskutieren darüber seit Jahrzehnten, nun haben wir mit ‚Kirchheim 2030‘ im Gemeinderat einen Kompromiss gefunden, dem sollen die Bürger zustimmen“, sagt Maximilian Böltl.

Gemeinderat Rüdiger Zwarg (Grüne) ist dagegen der Ansicht, dass Kirchheim 2030 nichts mehr mit den Ergebnissen des städtebaulichen Realisierungs-Wettbewerbs, den Bürger-Beteiligungen sowie den Versprechungen von CSU und SPD im Wahlkampf 2014 zu tun hat. „Der Entwurf ist einfach schlecht“, sagt Zwarg und will in einem zweiten Bürgerentscheid die Kirchheimer fragen, ob sie statt Kirchheim 2030 lieber den alten Entwurf haben wollen.

Im Oktober beendete der Gemeinderat mit großer Mehrheit eine 40 Jahre dauernde Diskussion um das Zusammenwachsen von Heimstetten und Kirchheim, die bis zur Gebietsreform eigenständige Gemeinden waren, in einem neuen Zentrum. Ab 2018 sollen nach und nach Gymnasium, Rathaus, Bücherei, Bürgersaal, Mehrfamilien- und Einfamilienhäuser für 2800 Menschen, Kinder-Einrichtungen sowie Verkehrsmaßnahmen realisiert werden.

Großprojekt endlich auf die Reihe bringen

„Wir sind jetzt am Punkt der Ortsentwicklung, wo das neue Zentrum angepackt werden muss. Die Bürger erwarten von uns, dass wir das endlich auf die Reihe bringen“, fasst Böltl zusammen. Nachdem die Bürger in den kommenden Monaten ausführlich über die Details informiert würden, sollen sie im Juli darüber abstimmen. 20 Prozent der Wahlberechtigten müssen mit „Ja“ stimmen, dass es rechtlich gültig ist.

Rüdiger Zwarg stemmt sich gegen die Planung

Rüdiger Zwarg stemmt sich seit Monaten gegen das neue Konzept. „Die Finanzierung ist nicht geklärt, die neue Fläche nur noch halb so groß wie ursprünglich, daher ist die Bebauung viel zu eng. Es bleibt kaum Platz für Gärten, der Park wurde halbiert. Die Häuser sind zu hoch und viel zu nah an der Staatsstraße. Das Verhältnis von 55 Prozent Geschosswohnungsbau zu 45 Prozent Ein- und Zweifamilienhäuser entspricht nicht dem Bürgerwillen – die Bürger wollen deutlich mehr Reihenhäuser“, sagt Zwarg. Auch er will in den kommenden Monaten informieren und Argumente sammeln, vor allem über die Seite wikiarguments.net sowie Facebook, Twitter und die Grünen-Homepage. „Dann wollen wir rund 1100 Unterschriften sammeln, dass unsere Fragestellung „Ist Kirchheim 2030 besser als der Siegerentwurf des städtebaulichen Realisierungswettbewerbs?“ gemeinsam mit dem Bürgerentscheid der Gemeinde zugelassen wird“, hofft Zwarg.

Er setzt auf Unterstützung aus den anderen Fraktionen im Gemeinderat. „Aber das wird schwer“, weiß er. CSU und SPD stünden hinter Kirchheim 2030, aus unterschiedlichen Gründen.

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