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Zum zweiten Mal gab es einen Wechsel in der Grünen-Fraktion.

„Spreche ihnen einfach die Ernsthaftigkeit ab“

Wegen erneutem Mandatswechsel: CSU-Gemeinderat kritisiert Grünen-Fraktion scharf

  • Bert Brosch
    vonBert Brosch
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Zum zweiten Mal in dieser Wahlperiode scheidet bei den Grünen eine Gemeinderätin aus, eine andere rückt nach. Das scheint Thomas Heinik (CSU) so zu nerven, dass er der Fraktion schwere Vorwürfe machte.

Kirchheim – Der aktuelle Gemeinderat trifft sich noch nicht einmal ein Jahr, schon haben die Grünen zwei von vier Gemeinderäten ausgetauscht. Constanze Zwarg (19) rückt für Veronika Kröniger nach, die aus persönlichen Gründen ausscheidet. Diese Fluktuation kritisierte Thomas Heinik (CSU) in der jüngsten Sitzung scharf.

„Das ist für mich schon sehr eigenartig, dass die Grünen nach nicht einmal einem Jahr ihre halbe Mannschaft ausgetauscht haben“, schimpfte Heinik. Bereits im Mai 2020 hatte die eigentlich gewählte Petra Kowallik auf ihr Amt verzichtet, Berit Vogel war für sie in den Gemeinderat nachgerutscht. „Leider muss man ja heute keinen Grund mehr angeben, warum man auf ein Mandat verzichtet, aber aus meiner Sicht ist der Gemeinderat eine Persönlichkeitswahl und weniger eine Wahl von Parteien“, legte Heinik nach. „Man sollte das also schon ernstnehmen, auch im Vorfeld einer Wahl.“ Wenn nach so kurzer Zeit – aus welchen Gründen auch immer – bereits zwei gewählte Gemeinderäte das Handtuch werfen, gebe ihm das doch sehr zu denken. Heinik: „Ich spreche den Grünen einfach die Ernsthaftigkeit des Mandatsgeschäfts ab.“

Kritik „einfach unmöglich“

Wolfgang Heinz-Fischer (VFW) warnte Heinik vor so scharfen Aussagen, ohne die Hintergründe eines Rückzugs zu kennen. Berit Vogel fand Heiniks Aussage „einfach nur unmöglich“. Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) versuchte die Wogen etwas zu glätten, indem er Constanze Zwarg herzlich im Gremium willkommen hieß. „Ich finde es toll, dass wir ein weiteres so junges Gesicht im Gemeinderat haben, damit sind wir wohl einer der jüngsten Gemeinderäte im Landkreis. Das ist sehr gut, dass wir alle Generationen vertreten haben.“ Böltl erinnerte sich an seinen Eintritt in den Gemeinderat, 18 war er damals, gemeinsam mit seinem Vater. „Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung nur raten, möglichst wenig aus dem Gemeinderat mit nach Hause an den Essenstisch zu nehmen.“ Auch Constanze Zwarg findet es wichtig, ihre Generation im Gemeinderat zu vertreten. „Ich hoffe, mit der Zeit auch eine jüngere Perspektive auf die Themen einbringen zu können“, sagt sie. Durch ihren Vater, den Grünen-Ortssprecher und Gemeinderat Rüdiger Zwarg, habe sie erste Einblicke in die Aufgaben des Gemeinderates bekommen, „was mir jetzt in dieser neuen Situation bestimmt helfen wird“.

Constanze Zwarg (Grüne) ist neu im Gemeinderat.

Constanze Zwarg ist Schülerin an einer sozialen Fachoberschule, macht in diesem Frühjahr ihr Fachabitur. Mit dem Sprung in den Gemeinderat hat sie eigentlich nicht gerechnet, obwohl sie bei der Kommunalwahl im März 2020 auf den sechsten Rang der Grünen-Liste vorgehäufelt worden war. „Dennoch war es jetzt für mich klar“, sagt sie, „dass ich das machen möchte.“

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