Modell der Gemeinde

Günstigeres Bauland in Kirchheim für Einheimische und Heimkehrer

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Kirchheim – Kirchheim ist ein teures Pflaster. Wer hier Baugrund sucht, muss gut 700 Euro für einen Quadratmeter hinblättern. Ein Baulandmodell soll nun Wohneigentum für Ortsansässige und Rückkehrer etwas günstiger machen.

Die Nachfrage nach Bauland oder Immobilien ist groß. Jede Woche kommt mindestens eine Anfrage bei Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) auf den Tisch. Aber vielen ist das Pflaster zu teuer. „Wegen der hohen Preise sind Einheimische oder ehemalige Kirchheimer, die ein Haus kaufen wollen, gezwungen, woanders hinzugehen“, bedauert Böltl. 

Wichtig für sozialen Zusammenhalt

Doch genau diese will er am und im Ort halten, schließlich seien gerade die Einheimischen wichtig, um das soziale Gefüge zusammenzuhalten. Sie sind in den Vereinen engagiert oder arbeiten in sozialen und kommunalen Einrichtungen am Ort. Oder sie kommen nach den Jahren der Ausbildung oder Studiums zur eigenen Familiengründung wieder in ihre Heimat zu Eltern und Freunden zurück. Es seien die geburtenstarken Jahrgänge der 1970er bis 90er Jahre, die sich vorstellen können, gemeinsam mit Freunden aus früheren Jahren gemeinsam in einer Bauherrengemeinschaft tätig zu werden. Das macht Sinn, denn günstigeres Bauen geht mit einer schönen Siedlungsstruktur einher. 

Letztes Programm liegt 40 Jahre zurück

Fast 40 Jahre ist es her, seit letztmalig ein Einheimischenmodell in Kirchheim aufgelegt wurde. „Wir müssen dringend etwas tun, sonst kann sich es ja keiner mehr leisten, bei uns Fuß zu fassen“, sagt Bürgermeister Böltl. Die Gemeinde sei nun gefordert, was die eigenen Leute angehe. 

Geeignete Flächen dafür gibt es. Aus den 430 000 Quadratmetern Gesamtfläche, an der die Gemeinde zu 30 Prozent Miteigentümer ist und die für die Ortsentwicklung vorgesehen sind, sollen 150 000 Quadratmeter für Wohnbauland herausgelöst werden. Geplant sind hiervon wiederum zwei Drittel an Miet- und ein Drittel in Eigentumsmodellen.

Mit EU-Recht verträglich

„Uns als Gemeinde sind mit dem Bodenrichtwert die Hände gebunden, wir können nicht verkaufen wie wir wollen“, sagt Maximilian Böltl. Eine Möglichkeit ist nun, bei der Baulandvergabe den Bauwilligen unter die Arme zu greifen. Die Verwaltung hat in Anlehnung an die Stadt Pfaffenhofen einen Kriterienkatalog und ein Modell entwickelt, mit dem sich der Gemeinderat ausführlich noch in diesem Halbjahr beschäftigen soll.

Um nicht gegen EU-Recht zu verstoßen, nach der die Ortsansässigkeit der Bewerber alleine nicht ausreicht, sollen auch sozio-ökonomische Aspekte eine entscheidende Rolle spielen. Neben Einkommen und Vermögen sollen auch Sonderpunkte für Kinder, pflegebedürftige Angehörige sowie ehrenamtliche Betätigungen in die Rechnun einfließen. In Kirchheim sollen nur Bewerber in den Genuss vergünstigten Baulands kommen, die bereits mindestens fünf Jahre in der Kommune wohnen. Wer seine Kindergarten oder Schulzeit in der Gemeinde verbracht hat erhält einen „Rückkehrer-Bonus“, Bauherrengemeinschaften zudem einen „Gemeinschaftsbonus“. 

Nutznießer müssen 20 jahre wohnen bleiben

Nutznießer des Einheimischen-Modells verpflichten sich, bis zu 20 Jahre in Kirchheim wohnen zu bleiben. Wer vor Ablauf dieser Frist aus der Gemeinde fortziehen will, braucht die Zustimmung des Gemeinderats. Aufgrund der Anfragen im Rathaus ist sich Böltl sicher, aus dem Stand weg bis zu 100 Grundstücke an den Mann zu bringen.

Der Bürgermeister erhofft sich auch Anregungen aus der Bürgerschaft, Ideen und Verschläge in das Modell einzubringen. In diesem frühen Stadium sei dies sehr gut möglich. „Dass die Nachfrage so groß ist freut mich persönlich besonders. Wenn man sich explizit einen Wohnort aussucht und noch dazu den, an dem man seine Kindheit und Jugend verbracht hat, ist dies ein schönes Kompliment an die Gemeinde.“ Das ist das Gebiet, in dem das Ortsansässigen-Programm greifen soll.

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