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Symbolbild

Verfolgung eines Selbstmordgefährdeten

Polizist stürzt durch Dach und verletzt sich schwer

Ein dummer Scherz hätte einen Beamten der Polizeiinspektion Haar beinahe das Leben gekostet. Er stürzte bei der Verfolgung eines angeblich Selbstmordgefährdeten durch das Dach einer Lagerhalle fünf Meter in die Tiefe.

Heimstetten - An Neujahr wurden Polizeibeamte der Inspektion Haar und Trudering-Riem gegen 21 Uhr nach Heimstetten gerufen. Ein 34-Jähriger aus Heimstetten hatte gegenüber seiner Lebensgefährtin einen Selbstmord angekündigt, diese hatte den Notruf gewählt. An seiner Wohnungstür hörten die Einsatzkräfte nur ein Winseln. Da niemand öffnete, brachen die Polizisten die Wohnungstür auf und fanden einen Hund. Die Wohnzimmertür war ebenfalls verschlossen, die Beamten brachen sie auf. Über ein offenes Fenster war der Heimstettener über das Dach einer Lagerhalle geflüchtet. Ein 24 Jahre alter Polizist von der Polizeiinspektion Haar betrat das auf den ersten Blick sichere Dach und verfolgte den Flüchtigen. Dann passierte das Unglück.

Das Dach war nicht tragfähig und der Beamte stürzte kurz nach dem Betreten etwa fünf Meter in die Tiefe. Bei dem Sturz brach er sich einen Ellenbogen und das Steißbein und zog sich einige Prellungen zu. Vor Ort wurden zudem Brüche im Bereich der Wirbelsäule und des Halses befürchtet, der Rettungsdienst brachte ihn umgehend ins Krankenhaus. Die Befürchtungen bestätigten sich bei einer Untersuchung nicht.

„Bei den Kollegen und seiner Freundin überwiegt die Erleichterung, dass die Verletzungen nicht so schlimm sind, wie im ersten Moment vermutet“, sagte Haars stellvertretender Dienststellenleiter Peter Mailer gegenüber dem Münchner Merkur. Dennoch sei die Stimmung auf der Dienststelle „ungut“, da das Jahr mit einem solchen unglücklichen Einsatz begonnen habe.

Der selbstmordgefährdete Heimstettener konnte derweil noch auf dem Gelände der Lagerhalle gefasst werden. Es stellte sich heraus, dass er, wohl unter Drogeneinfluss, die Suizidgedanken nur aus Spaß geäußert hatte. Auf ihn warten Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Da er nicht direkt für den Sturz des Polizisten verantwortlich ist, kann er diesbezüglich nicht belangt werden.

Sebastian Schuch

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