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Vergangenheit und Zukunft bildet Roman Hummitzsch in seinem Kunstwerk ab.

Der Gemeinderat ist sich noch uneins

Heimstettens eigener kleiner Kosmos: Diese Skulptur könnte am Meilerhaus stehen

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Ein Künstler hat eine Skulptur entworfen, die künftig im Garten des Meilerhauses in Heimstetten stehen könnte. Jedes Symbol hat dabei eine historische Bedeutung. 

Kirchheim – Zwei Kugeln, geschmiedet aus Metall in Form einer Ähre und einer Flamme, in der Mitte das Wappen Heimstettens, alles garniert mit Musiknoten, montiert auf einem Sockel. So stellt sich der Kirchheimer Künstler Roman Hummitzsch (49) das Kunstwerk, das künftig im Garten des Meilerhauses stehen soll. Die Gemeinderäte im Bauausschuss waren überrascht von seinem Modell, das er ihnen vorgestellt hat. Sie wussten nicht, dass er eines anfertigt. Sie wollen daher erst überlegen, ob der „Meilerhaus Kosmos“ passt. Dabei drängt die Zeit, bis zum 23. Mai soll das Kunstwerk stehen.

Hummitzsch wohnt seit neun Jahren in Kirchheim, er ist freischaffender Künstler, Maler und Bildhauer. In der Gemeinde, moniert er, mangelt es an Kunst im öffentlichen Raum. Er soll das nun ändern. Vor drei Wochen, erzählt der Künstler, trat Gemeinderat Stephan Keck mit an ihn heran und erzählte ihm, dass er für die geplante Neugestaltung des Bauerngartens vor dem Meilerhaus in Heimstetten mitverantwortlich sei. Und: „Er könne sich dort eine künstlerische Verschönerung vorstellen“, erläuterte Hummitzsch im Bauausschuss den Gemeinderäten, die durchaus überrascht waren, da es keine Ausschreibung gab.

Vergangenheit und Zukunft bildet Roman Hummitzsch in seinem Kunstwerk ab.

Nach der Info von Keck ergriff Hummitzsch die Initiative. Er unterhielt sich mehrmals mit Zweiter Bürgermeisterin Marianne Hausladen, die ihm viele Informationen über das Haus gab. „Da nahm ich die viel zitierte Mitmachgemeinde wörtlich und habe ein Modell für meinen Meilerhaus Kosmos entworfen.“

Die einzelnen Phasen und Epochen des kleinen Häuschens und des zugehörigen Anwesens hat Hummitzsch in Symbole gefasst und zu einem kleinen universellen Kosmos, in Form einer Kugel verbunden. „Kugeln sind übrigens in Bauerngärten oft als Rosenkugeln aus Glas zu sehen, daher passt die Form sehr gut“, erläutert der Künstler. Für das ehemalige Bauernhaus steht die goldene Ähre, für die Funktion als Rathaus Heimstettens das Wappen an der Bürgermeisterkette, für die Benutzung als Feuerwehrhaus die Flammen-Leiter, für die Nutzung als Bauhof die Säge aus Baustahl, für die Tradition steht die Maibaum-Raute.

„Für Gegenwart und Zukunft habe ich eine Spirale im Grün der Fensterläden des Meilerhauses mit Musiknoten bestückt, die für den Einsatz als Kulturgebäude stehen sowie das Zifferblatt einer Sonnenuhr integriert“, sagt Hummitzsch. Fertig gebaut soll seine Skulptur etwa 30 auf 40 Zentimeter messen, auf einem etwa 1,20 Meter hohen Sockel im Zentrum des Meilergartens stehen. Kosten: 3000 Euro. „Für den Preis ist das ja quasi ein Geschenk an meine Heimatgemeinde“, sagt Hummitzsch.

Angela Hilger (VFW) gefällt die Skulptur. Bloß: „Ich befürchte, dass sie inmitten des Gartens, der ja bäuerlich bewachsen sein soll, etwas untergeht.“ Auch Marianne Hausladen (CSU) lobte den Entwurf, sie habe jedoch kürzlich eine alte, rostige Spinnenpumpe bei einem Landwirt entdeckt. „Ob die dort nicht besser hinpasst – und diese Kosmos-Skulptur woanders?“ Das war auch der Vorschlag von Ewald Matejka (SPD). Er würde die Skulptur lieber in den neuen Ortspark stellen. „Da kommt sie viel besser zu Geltung.“

Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) erinnerte daran, dass vom 23. bis 26. Mai in Heimstetten die große „Uns schickt der Himmel“-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend stattfindet. „Bis dahin muss der neue Garten vor dem Meilerhaus samt Kunstwerk fertig sein.“

Nun wollen die Gemeinderäte erst abwägen, was dort aufgestellt werden soll. Hummitzsch warb für seinen Entwurf. Die Gemeinde wolle sich mit der Landesgartenschau doch einem großen Publikum präsentieren. Dazu gehöre eben auch Kunst im öffentlichen Raum. Sein Kosmos wäre da ein Anfang.

bb

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