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Musik und Information sind beim Abend in der Aula des Kirchheimer Gymnasiums eng verbunden – dank Katharina Ruf. Die Kirchheimer Kulturreferentin moderiert die Stücke kenntnisreich an.

Heitere Reise durchs Land der Operette

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Kirchheim - Die „Operette“ war das bestimmende Thema des Frühjahrskonzerts, zu dem Hans Lederwascher in die Aula des Kirchheimer Gymnasiums eingeladen hatte. Sopranistin Elisabeth Artmeier und Bariton Torsten Frisch entführten die mehr als 500 Zuhörer auf eine musikalisch heitere Reise nach Paris, Wien und Berlin.

Die Auswahl der Stücke spannte einen Bogen von 1850 bis in die 40er-Jahre des vorigen Jahrhunderts, natürlich durften dabei auch die beiden Märsche „Wien bleibt Wien“ und der abschließende von Radetzky nicht fehlen. Abwechselnd sangen Sopran und Bariton Soli und Duette, spielte das Salonorchester, in dem zum ersten Mal auch Lederwaschers Sohn Markus an der Gitarre dabei war. „Wir sind ja eine traditionelle Volksmusik-Familie, da ist es schön, ihn auch hier zu haben“, sagte Hans Lederwascher. Schmissig, temperamentvoll und leichtfüßig wurden die Zuhörer mitgenommen zu Jacques Offenbachs Ouvertüre „Orpheus in die Unterwelt“ oder dem herrlich melodischen Walzer „Gold und Silber“ von Franz Lehár. Durch den Abend führte Kirchheims Kulturreferentin Katharina Ruf mit informativen Anmoderationen. Mitgerissen von der eigenen Spielfreude, machten die Musiker gerade bei der Ouvertüre der „Leichten Kavallerie“ von Franz von Suppé in puncto Geschwindigkeit dem Namen des Stücks alle Ehre. Quasi im Schnelldurchlauf, das heißt bei Lederwaschers Konzerten im Schnitt drei Stunden, erlebte das Publikum die Bandbreite der Operette, von den französischen Ursprüngen der „opera bouffe“, bis hin in die Goldene und Silberne Operetten-Ära. Viele Stücke gehören bis heute zum Standardrepertoire des Wiener Opernballs, wo Quadrillen und Walzer getanzt werden. Sopranistin Artmeier ist in Kirchheim keine Unbekannte, sie fand mit ihrer warmen und einfühlsamen Stimme in Frisch einen wunderbaren Gegenpart. In Offenbachs „Barcarole“ und „Lippen schweigen“ boten sie großen Hörgenuss. Aber auch in ihren Solis mit Orchester konnten sie ihre stimmlichen Qualitäten voll und ganz zur Geltung bringen, beim Auftrittslied aus dem „Bettelstudent“ von Karl Millöcker mit dem Refrain „Ach ich hab sie ja nur auf die Schulter geküsst“, summten viele Zuhörer mit. Richtig interaktiv wurde es beim „Sportpalast-Walzer“, der 1923 beim Berliner Sechstagerennen populär wurde, und auch bei den Kirchheimern keineswegs unbekannt ist. Wer des Pfeifens mächtig war, konnte hier nach Lust und Laune „mitspielen“. Belohnt wurden Solisten und Orchester am Ende des Frühjahrskonzerts mit lauten „Bravo“-Rufen des Publikums und standing ovations, die schönsten Komplimente, die Musiker bekommen können.

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