Gerlinde Koch-Dörringer (59) wohnt in Kirchheim. sab
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Gerlinde Koch-Dörringer (59) wohnt in Kirchheim.

Nach zehn Jahren im Amt

Frauen-Unions-Chefin hört auf: „Ich wollte immer alle mitnehmen“

  • Sabina Brosch
    VonSabina Brosch
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Nach zehn Jahren als Kreisvorsitzende der Frauen Union (FU) übergibt Gerlinde Koch-Dörringer (59) ihrer Nachfolgerin das Amt. Es ist ein Abschied mit Wehmut, aber auch mit Stolz.

Landkreis - Von Oberschleißheim bis nach Gräfelfing war Koch-Dörringer regelmäßig in den 23 Ortsverbänden unterwegs, eigentlich ist der Vorsitz ein Ehrenamt aber „teilweise dann doch eine Vollzeit-Aufgabe“, sagt sie. Denn mit über 600 Mitgliedern ist die FU die größte Arbeitsgemeinschaft der CSU im Landkreis und Koch-Dörringer war mindestens ein Mal im Jahr in jedem Ortsverband. „Ich wollte immer alle Frauen mitnehmen und mir vor Ort ein Bild machen, was man tun kann, soll oder muss.“

Sie kümmerte sich um Verkehrspolitik, aber auch um frauenspezifisch Themen

Zur CSU kam sie im Zuge der Kanzlerkandidatur von Edmund Stoiber, sie wurde in Kirchheim zügig stellvertretende Ortsvorsitzende der heutigen Verkehrsministerin Kerstin Schreyer. „Ich wollte nicht nur in Kirchheim leben, sondern mich und meine Familie auch integrieren.“ Sie kümmerte sich um Verkehrspolitik, aber auch um frauenspezifisch Themen, sie erarbeitete Konzepte zur Prävention von Altersarmut, engagierte sich für die Mütterrente und die Verbesserung der Situation von Hebammen. Ihre fünf Wahlen zur Kreisvorsitzenden waren stets unumstritten, die Ergebnisse meist weit über 97 Prozent, was die Zufriedenheit der Unions-Frauen mit der Arbeit ihrer Vorsitzenden unterstreicht. Dass mittlerweile auch so viele Frauen in die Kommunalparlamente eingezogen sind, freut Koch-Dörringer besonders: „Wir haben jede Einzelne so gut unterstützt, wie es uns nur irgendwie möglich war.“

Stringente politische Arbeit für die CSU

Die zehn Jahre als Kreisvorsitzende sind aber auch geprägt von stringenter politischer Arbeit für die Mutterpartei CSU. Der Marsch von Haustür zu Haustür, die Besetzung von unzähligen Infoständen, um Landtags- oder Bundestagskandidaten zu unterstützen, vor allem aber Christoph Göbels Kandidatur zum Landrat sind ihr in sehr guter Erinnerung. Die Formate „Politik und Prosecco“ und die Afterwork-Partys gehen auf Koch-Dörringer zurück und kommen nun auch beim Bundestagswahlkampf zum Einsatz.

„Man darf nicht an einem Amt kleben“

Koch-Dörringer hat die FU im Landkreis geprägt. „Aber man darf nicht an seinem Amt kleben“, betont sie . Eine Nachfolgerin hat sie bereits im Auge, für wen sich die Kreisdelegiertenversammlung entscheidet, wird sich heute Abend zeigen.

Koch-Dörringer wird auch weiterhin tatkräftig die Frauen-Union und CSU unterstützen, aber eben nicht mehr an der Front, sondern aus den hinteren Reihen und ohne ein gewähltes Amt, „denn die neue Garde muss auch frei laufen können“. Bei der heutigen Neuwahl werde sie sicherlich mit den Tränen kämpfen, denn „der Rückzug fällt mir unendlich schwer, dazu stehe ich auch“. So viel Herzblut in so vielen Jahren, das könne man nicht einfach abschalten. Aber auch die Frauenunion stehe vor der Aufgabe, jünger, moderner und digitaler zu werden.

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