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Offen, luftig, transparent: Ein erster Entwurf des neuen Gymnasiums in Kirchheim.

Neue Zahlen liegen 

Jetzt wird‘s richtig teuer: So viel soll das neue Gymnasium in Kirchheim kosten

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Bislang war die Rede von einem Finanz-Deckel von 75 Millionen Euro. Jetzt ist klar: Das Gymnasium in Kirchheim wird deutlich teurer. 

Kirchheim – Im September 2022 soll das neue Gymnasium in Kirchheim eröffnet werden. Der Baubeginn steht kurz bevor, und nun werden auch die Kosten konkreter. Eine neue Kostenschätzung ergab einen Betrag von 93,86 Millionen Euro. Das übersteigt die bisherigen Kostenprognosen massiv. Zur Erinnerung: Im Oktober 2017 ergab eine „Grobkosten-Schätzung“ einen Gesamtpreis von 88,4 Millionen Euro, den der Schulzweckverband auf 75 Millionen Euro deckelte. 

Der Vorsitzende des Zweckverbands Staatliche weiterführende Schulen im Osten des Landkreises München, Kirchheims Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU), verkündete zu Beginn der Zweckverbandssitzung, dass der Deckelungsbeschluss auf Wunsch des Landratsamtes aufgehoben werde. „Damals haben wir die Kosten auf Basis des Wettbewerbs grob geschätzt, jetzt sind es schon sehr konkrete Kalkulationen“, sagte Böltl. Der neue Preis sei natürlich eine große Herausforderung für den Landkreis und die beteiligten Gemeinden, „aber wir haben jetzt die bestmögliche Lösung gefunden“. 

In den vergangenen Monate habe man intensiv kalkuliert, sei dabei zwischenzeitlich sogar über 100 Millionen Euro gelegen. „Wir haben aber das Maximum eingespart – wenn wir noch mehr reduzieren, geht das auf Kosten von Qualität und Funktionalität“, betonte Böltl.

Projektsteuerer Sascha Reinfelder erläuterte die Kostensteigerungen wie folgt: Demnach seien die Werte von 2017 nur grobe Schätzungen gewesen, nun habe man vieles im Detail kalkuliert. Auf den damals angedachten Risikopuffer in Höhe von 11,2 Millionen müsse man nun doch zurückgreifen. Auch die Tiefgarage werde teurer. „Wenn wir alles im Detail berechnen, lägen wir bei 98,3 Millionen Euro. Daher sind unsere realistischen 93,9 Millionen Euro wirklich gut“, unterstrich Rheinfelder. Auch im Vergleich zu den Gymnasium-Bauten in Unterföhring oder München sei dies ein „effizienter und wirtschaftlicher Bau“. 

Johanna Hagn (SPD), Gemeinderätin aus Ismaning, wollte das nicht akzeptieren und stimmte als einzige gegen. „Das letzte Mal lagen wir bei 75, jetzt sind wir bei 94 Millionen – beim nächsten Mal sind es über 100. Ich will, dass wir eine Obergrenze beschließen.“ Feldkirchens Bürgermeister Werner van der Weck (SPD) hält dies für unnötig: „Wir müssen uns Spielraum lassen, sonst können wir irgendwann keinen Baum mehr pflanzen.“ 

Zuvor hatten Projektsteuerer Reinfelder und Architekt Thomas Weikert eine detaillierte Planung vorgestellt. Gebaut wird das Gymnasium für 1350 Schüler auf vier Etagen, der Haupteingang ist ganz im Süden. Nördlich des 23 Meter hohen Schulgebäudes schließt der Pausenhof an, weiter nach Norden folgt die neue Vierfach-Turnhalle und der Rasen-Sportplatz mit den Außensportanlagen, die direkt an die Grund- und Mittelschule grenzen. Schule, Turnhalle und Sportanlagen verbindet ein überdachter Gang, die Tiefgarage mit 100 Stellplätzen befindet sich jetzt aus statischen Gründen unter der Turnhalle, angefahren wird sie von der Heimstettener Straße. Vorbilder für das Konzept der Schule seien das Orestad College in Kopenhagen sowie die Mittelschule in Gersthofen, „alles ist offen, luftig, transparent“.

bb

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