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Befragung unter Sportlern: Michael Dirl und seine JU-Kollegen wollten wissen, wie die Vereine zur alten Turnhalle stehen. Fazit: Sie wollen sie behalten.   

Kirchheimer Gemeinderat entscheidet am Montag

JU kämpft für alte Turnhalle

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Die alte Turnhalle muss bleiben, fordert die JU in Kirchheim. Eine Befragung unter Sportlern zeigt: Sie wollen sie auch behalten.

Kirchheim – Das Gymnasium Kirchheim und seine Dreifach-Sporthalle sollen abgerissen und auf der Straßenseite gegenüber neu gebaut werden. So sieht es das beschlossene Strukturkonzept „Kirchheim 2030“ vor. Doch damit kann sich die Junge Union (JU) nicht anfreunden: Bereits vor einem Jahr forderte sie bei der Jungbürger-Versammlung, die Halle unbedingt zu erhalten. Nun haben die jungen Christsozialen Vertreter von acht Sportarten in Kirchheim nach ihrer Meinung befragt. Fazit: Auch die Sportler wollen die alte Turnhalle erhalten. Der Gemeinderat will am Montag darüber entscheiden.

Michael Dirl (21), Ortsvorsitzender der JU Kirchheim-Heimstetten, erklärt die Gründe für den Erhalt: „Platzmangel. Die Turnhallen in Kirchheim platzen aus allen Nähten. Überall wird um Hallenzeiten gekämpft und gestritten. Mit einer zusätzlichen Halle würden wir dieses Problem entschärfen.“ Er hat mit seinen JU-Kollegen acht betroffene Abteilungen schriftlich befragt: beim SV Heimstetten Tischtennis, Volleyball, Turnen, Handball und Fitness, beim Kirchheimer SC Badminton, Kinderturnen und Leichtathletik.

Mit Ausnahme der Tischtennisspieler, die zufrieden sind, fordern alle anderen mehr Trainingszeiten und betonen, sie hätten wegen der beengten Situation schon gute Sportler verloren.

„Nehmen wir die Hallenbelegung von Leichtathletik und Handball. Zur Wintersaison haben wir massive Probleme. Leichtathletik möchte auch im Winter trainieren und braucht deswegen die Halle. Das kollidiert aber mit den Zeiten der Handballer“, berichtet Dirl, der selbst aktiver Handballer in der ersten Männer-Mannschaft ist. Die Jugendmannschaften der Handballer verlieren deshalb eine zweite Trainingszeit – mitten im Ligabetrieb. „Die Motivation der Nachwuchsspieler fördert das natürlich nicht. Vor allem, wenn das verbleibende Training auf nur einem Drittel der Halle stattfindet. So sehen sich gute Spieler nach anderen Vereinen um.“

Ein Ausweichen in andere Hallen komme aber wegen der Größe des Spielfelds und der notwendigen Höhe für Volleyballer und Handballer nicht in Frage. „Die Gemeinde Kirchheim ist eine Familiengemeinde – für das Sport- und Freizeitangebot muss man auch etwas tun. Auf Dauer wird eine Dreifachsporthalle einfach nicht mehr ausreichen“, unterstreicht Nicolaus Dauer (22), stellvertretender Vorsitzender der JU. Wenn es schon heute Streitereien wegen der Hallenbelegung gebe, wie sieht das dann in Zukunft aus? Mit 3000 mehr Einwohnern in Kirchheim.

Bereits 2013 hat die Gemeinde die alte Halle untersuchen lassen. Fazit: Brandschutz, Technik und Elektro wurden mit 700 000 Euro kalkuliert, eine energetische Sanierung von Dach, Fassade und Lüftung mit 2,3 Millionen Euro. Im Jahr 2015 haben Architekten die Kosten auf fünf Millionen Euro beziffert. Die Gemeinderäte haben am Montag die Wahl: die alte Halle erhalten, noch einmal die Sanierungskosten ermitteln lassen oder den Erhalt gleich ablehnen.  

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