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Ortstermin an der S-Bahnstrecke. Richterin Cornelia Dürig-Friedl mit Klägerin, Vertretern der Gemeinde und anderen Beteiligten. Links von der Gruppe (s. Foto unten) steht die Soccerhalle an der Hürderstraße. Dafür wurde ein Teil des Gehölzes abgehackt – mit dem Ergebni, dass die Hallenwand den Lärm der S-Bahn reflektiert. Allerdings ist die Zunahme des Lärms nicht so hoch, dass Schutzmaßnahmen einklagbar wären, urteilt das Gericht.

Ortstermin

Kirchheimer klagen wegen Lärm von der Bahnlinie 

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Kirchhim - Wegen des Lärms von der S-Bahnlinie haben Anwohner gegen die Gemeinde Kirchheim geklagt. Sie verlangen Lärmschutz. Denn seit für den Bau der Soccerhalle an der Hürderstraße ein Grünstreifen teilweise abgeholzt wurde, reflektiere die Hallenwand den Lärm der Züge.

Seitdem die Soccerhalle an der Hürderstraße steht und der Grünstreifen, der vorher dort war, teilweise abgeholzt wurde, ist es den Anwohnern der S-Bahnlinie zu laut. Sie sind der Meinung, die Halle reflektiere den Lärm der Züge. Ihre Klage gegen die Gemeinde Kirchheim, sie hätten hier Vorsorge treffen müssen und daher nun für Lärmschutz zu sorgen, hatte jedoch keinen Erfolg.

Gutachten überzeugen Richterin nicht

Verwaltungsrichterin Cornelia Dürig-Friedl machte bereits nach wenigen Minuten deutlich, dass die Klägerin kaum Aussicht auf Erfolg erwarten könne. Trotz zweier Lärmgutachten, die beide eine Zunahme des Lärms bestätigen. Eines wurde von der Gemeinde im Zuge des Bebauungsplans erstellt, das andere von der Klägerin selbst in Auftrag gegeben.

Links die Halle, rechts die Bahnlinie.


 Dürig-Friedl stellte fest, dass das Gutachten der Klägerin jedoch gar nicht erst nicht zum Tragen komme, da dieses nicht die heutige Sporthalle begutachte, sondern sich lediglich auf den Bebauungsplan beziehe. „Hier geht es jedoch um eine Nachbarklage, und diese kann sich nur auf das beziehen, was tatsächlich steht. Das hat Ihr Gutachter aber nicht getan“, betonte Dürig-Friedl.

Zunahme des Lärms um 0,2 db liegt unter der Schwelle

Zudem sei der rund 150 Meter vom Haus durch die S-Bahn und Züge verursachte Lärm nach dem Bau der Sporthalle und dem sich daraus resultierenden Schall nicht in so hohem Maße angestiegen, dass überhaupt ein Anstieg wahrnehmbar sei. Die Grenzwerte liegen tagsüber bei 70 Dezibel und nachts bei 60 dB. Zwar würden die für die Nacht zulässigen 60 dB überschritten, das läge aber unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. „Was Sie als Zunahme der Lautstärke sehen, ist lediglich eine Verschiebung der Frequenz“, erläuterte Wolfdieter Fehler, zuständig für Immissionsschutz beim Landratsamt München. Zudem sei es Tatsache, dass der Mensch eine Zunahme des Lärms umso schwerer wahrnehmen könne, je lauter es schon ist.

Am Bebauungsplan sei nicht zu rütteln

Am Bebauungsplan grundsätzlich sei nicht zu rütteln, dieser sei zulässig und wirksam. Der Bauherr der Sportanlage, Christian Müller, habe die zulässige Abmessung der Halle gar nicht ausgeschöpft und von ihm könnten nun auch nicht nachträgliche Maßnahmen verlangt werden, etwa eine schallabsorbierende Hauswand, die zudem Kosten in einem fünfstelligen Bereich verursache, oder das über den Bebauungsplan hinausgehende Pflanzen von weiteren Bäumen. „Da die Zunahme von 0,2 dB keine Rücksichtslosigkeit darstellt und die Schwelle erst bei 1 dB liege“, wurde dem Antrag der Klägerin nicht stattgegeben.

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