Finanzierung steht

„Kirchheim 2030“ soll Gemeinde 27,7 Millionen Euro kosten

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Das finanzielle Grundgerüst für „Kirchheim 2030“ steht: Die Ortsentwicklung kostet geschätzt 113,2 Millionen Euro. Davon zahlen die Bauträger 85,8 Millionen, die Gemeinde übernimmt 27,7 Millionen Euro. Geschultert werden die Ausgaben für die Kommune „über die Einkommenssteuer, den Haushalt und Kredite“, erläuterte Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU).

Kirchheim – Ziel der Veranstaltung: „Wir legen heute die Verträge mit den Grundstücksbesitzern und Bauträgern sowie sämtliche Zahlen vor. Damit schaffen wir volle Transparenz zehn Wochen vor dem Bürgerentscheid“, sagte Böltl. Da es sich um Pläne handelt, die das Gesicht Kirchheims massiv verändern und viel Geld in die Hand genommen werden soll, will der Bürgermeister – ein großer Freund von „Kirchheim 2030“ – die Zustimmung auf breite Füße stellen und die Bürger am 24. September entscheiden lassen (wir berichteten).

Das gesamte Gebiet für „Kirchheim 2030“ hat eine Fläche von 486 000 Quadratmetern, mehr als die Hälfte gehört den vier Bauträgern Demos, Dibag, Deutsches Heim und Wohnbau Schwaben. Rund 42 Prozent besitzt die Gemeinde, etwa fünf Prozent der Fläche halten vier Privatleute. „Mit denen haben wir noch keine Vereinbarung getroffen, die müssen sich nach dem Bürgerentscheid entweder den anderen zu gleichen Bedingungen anschließen oder aber an einen der anderen verkaufen oder tauschen“, erklärte Böltl.

Soziale Bodennutzung nach dem Kirchheimer Modell greift

Mit den vier großen Bauträgern habe man hingegen eine weitreichende Vereinbarung geschlossen. Diese Vier „übernehmen die Kosten für Planung und Gutachten, für Erschließung, Brücken und Ausgleichsflächen sowie 53 Prozent des Ortsparks. Das sind rund 35 Millionen Euro“, erläuterte der Bürgermeister. Sie beteiligen sich zudem an den Kosten für die soziale Infrastruktur, dazu gehören Kindertageseinrichtungen, die Grundschulerweiterung und das neue Rathaus.

Dieser Bereich beläuft sich allein auf 21,4 Millionen Euro. „Und sie zahlen dafür, dass wir vergünstigten Wohnraum anbieten können, 27,9 Millionen Euro.“ Die Gemeinde muss für den Ortspark und das Rathaus mit Bürgersaal und Bücherei inklusive Ausgleichsflächen rund 27,7 Millionen Euro bezahlen. Finanzieren will die Gemeinde dies zum einen aus der Einkommenssteuer. Für sie kalkuliert die Verwaltung – durch Zuzüge bis 2035 – 12 bis 15 Millionen Euro. Die zweite Säule ist der laufenden Haushalt. Bis 2020 bereits hat die Gemeinde elf Millionen Euro im Haushalt eingestellt. Dritte Säule zur Finanzierung: Kredite. Eine Belastung der Bürger werde es somit nicht geben, betonte der Rathauschef. „Das Konzept Kirchheim 2030 bedeutet einen erheblichen Mehrwert für alle Bürger. Mit Rathaus inklusive Bürgersaal und Bücherei, mehreren Kinderbetreuungseinrichtungen, verschiedenen Verkehrsmaßnahmen, dem neuen Gymnasium, dem Ortspark und der Erweiterung des Seniorenzentrums stehen viele öffentliche Vorhaben an“, warb er für das Konzept.

Ganz wichtig sei das vereinbarte Programm für vergünstigten Wohnraum für Einheimische gemäß der sozialgerechten Bodennutzung (Kirchheimer Modell). Heißt: 30 Prozent des neuen Wohnraums wird vergünstigt vergeben: 20 Prozent bei Mietwohnungen, 10 Prozent für Eigentum. Doch das letzte Wort haben die Kirchheimer: Sie müssen sich beim Bürgerentscheid am 24 September für oder gegen „Kirchheim 2030“ entscheiden.

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