Heftige Unwetter und Überschwemmungen in Bayern: Drastische Warnungen - „Schließen Sie alle Fenster und Türen!“

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Direkt neben dem „Kiramer Wirtshäusel“ führt der Durchgang in den Innenhof. Bei Regen stehen dort gerne die Raucher des Lokals und ratschen.

Innenhof bleibt verschlossen

Ungebetener Besuch: Raucher, Gröler und Abkürzer

  • Bert Brosch
    vonBert Brosch
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Seit Jahren beschweren sich die Anwohner des Gebäudekomplexes Münchner Straße 3 bis 5d über Fremde, die durch ihren Innenhof gehen. „Klappernde Stöckelschuhe, Gegröle von Betrunkenen, dazu Raucher aus dem Kiramer Wirtshäusl“ lauten die Vorwürfe.

Kirchheim – Bereits 2008 beschwerten sich die privaten Eigentümer über die Zustände, durften daraufhin einen 1,50 Meter hohen Maschendrahtzaun um das Grundstück ziehen und die Durchgänge mit einem 1,80 Meter hohen Tor versperren. Allerdings musste das Tor immer unverschlossen sein, sie durfte den Durchgang nur zu besonderen Anlässen, etwa dem Dorffest, verschließen.

Die Hoffnung der Anwohner, Zaun, Tor sowie Hinweis-Schilder würde eine Verhaltensänderung bei den „Durchgängern“ bewirken, wurde nicht erfüllt. In einem Brief an den Gemeinderat listete die Eigentümergemeinschaft die aktuellen Mängel auf: „Der Durchgang wird rege von den Berufstätigen genutzt, die bereits ab 5.30 Uhr, in der Mittagsruhe und abends den Innenhof passieren.“ Die „Durchgänger“ würden Hinweise der Anwohner, dass dies ein Privatgrundstück sei, ignorieren, liefen mit Stöckelschuhen durch den Hof, was durch die „selbstverstärkende Akustik des U-förmigen Baus dazu führt, dass man unmittelbar aus dem Schlaf gerissen wird.“

regelmäßig Menschengruppen beim Ratschen oder Rauchen im Durchgang

In der Mittagsruhe würden diese Pendler laut telefonierend durch den Innenhof gehen. Am Wochenende stünden regelmäßig Menschengruppen, entweder Gäste aus dem Kiramer Wirtshäusl oder wartende Busgäste, im Durchgang beim Ratschen oder Rauchen. „Dieser Lärm ist noch lauter als von den Durchgängern, zudem haben wir auch schon Menschen beobachtet, die zum Urinieren in den Innenhof gingen. Jugendliche halten sich dort laut grölend nach dem letzten Bus aus München im Hof auf.“ Deshalb stellten die Anwohner einen Antrag auf Verschließen des Durchgangs. Es gebe keinerlei Geschäft oder soziale Einrichtung mit einem öffentlichen Durchgangsrecht im Hof, der Weg sei keine Feuerwehrzufahrt und in den Kaufverträgen gibt es keinen Vermerk, dass durch das Grundstück ein öffentlicher Weg führe. Außerdem sei die Abkürzung durch den Hof anstatt über die Heimstettener Straße gerade einmal 45 Sekunden kürzer. Die Müllabfuhr werde durch den verschlossenen Durchgang nicht beeinträchtigt, da die Hausmeisterin die Tonnen vor das Tor stelle, auch Post oder Gäste kämen über den Zugang von der anderen Seite in den Hof, merkt die Eigentümergemeinschaft an.

Trotz Hinweis-Schilder wird der Durchgang zu jeder Tages und Nachtzeit benutzt.

Ilse Pirzer (SPD) meinte während des Bauausschuss, dass der Brief doch sehr emotional sei, das müsse man zuerst prüfen. Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) sagte, dass eine abgeschlossene Begrenzung nicht zulässig sei, „da müssen wir offiziell eine Befreiung beschließen.“ Dafür plädierte auch Franz Graf (CSU), er stelle in der Gesellschaft eine zurückgehende Rücksichtnahme fest. „Das hier ist eine Abkürzung für Leute zum Feiern, dadurch werden die Anwohner massiv gestört.“ Gegen die Stimme von Pirzer beschloss der Ausschuss, dass die Anwohner künftig abschließen dürfen, sofern Besucher, Post- und Lieferdienste, Rettungsdienste, Polizei und Feuerwehr den Innenhof ungehindert betreten können.

Aus der Gemeinde: Im Kirchheimer Gemeinderat formiert sich Widerstand gegen einen Vorschlag der Rathausverwaltung. Diese will das Informationsrecht der Bürger aufheben.

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