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Diese beiden Fußballtore sind dem Anwohner ein Dorn im Auge. Seiner Meinung nach verursachen hier spielende Kinder viel zu viel Lärm.

Antrag im Gemeinderat

Zu viel Kinderlärm: Anwohner fordert: „Die Fußballtore müssen weg“

  • Bert Brosch
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Seit knapp einem Jahr stehen auf der kleinen Grünfläche an der Graf-Andechs-Straße in Kirchheim zwei Fußballtore. Ein Anwohner allerdings fühlt sich vom Kinderlärm belästigt und hat bei der Gemeinde die Entfernung der Tore beantragt.

Kirchheim – Aufgrund der Idee eines Bürgers wurden im Sommer 2019 zwei neue Tore auf der Grünfläche an der Graf-Andechs-Straße errichtet. Kurz darauf ging ein Antrag von einem anderen Bürger aus der gleichen Straße ein, diese wieder zu entfernen.

Anwohner behauptet, erlaubter Lärmpegel wird überschritten

 Er wies in seinem Antrag darauf hin, dass es eine Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes (Sportanlagenlärmschutzverordnung) gebe. Diese besage, dass Sportanlagen so zu errichten und zu betreiben seien, dass Immissionsrichtwerte nicht überschritten werden. In reinen Wohngebieten belaufen sich die Werte tagsüber außerhalb der Ruhezeiten auf 50 Dezibel dB(A), innerhalb der Ruhezeiten 45 dB(A) und nachts auf 35 dB(A). Der Anwohner verwies auf Geräusche von Trendsportanlagen, wie etwa Bolzplätzen, hier seien Schallpegelleistungen von 90 db(A) bis 105 db(A) bei verschiedenen Spielen mit Kindern und Jugendlichen gemessen worden. „Wir können mal davon ausgehen, dass eine Messung bei uns ähnlich ausfallen dürfte“, ist der Anwohner überzeugt.

Ein Bolzplatz sollte nach seiner Einschätzung einen Abstand vom mindestens 80 bis 155 Meter zur schutzbedürftigen Bebauung aufweisen. Da dies nicht der Fall sei fordert er die Entfernung der beiden kleinen Fußballtore.

„Kinder sollen draußen spielen“: Gemeinderäte sprechen sich gegen eine Entfernung aus

Veronika Kröniger (Grüne) sagte, generell müsse eine Gemeinde so viel wie möglich tun, damit Kinder im Freien spielen können. „Das sind kleine Tore, die Spielfläche ist sehr klein, der Platz ist also bestimmt nicht für größere Kinder oder Jugendliche geeignet. Vielleicht könnten wir ein Schild aufstellen, Benutzung nur bis 14 Jahren“, schlug Kröniger vor.

Petra Mayr (CSU) wehrte sich energisch gegen das Entfernen der Tore. „Wir werfen den Kindern doch immer vor, dass sie nur zu Hause vor dem PC sitzen, hier können und sollen sie draußen spielen.“ Ewald Matejka (SPD) bemerkte, dass Kinderlärm sowieso nie unter Emissionen fallen, der Antragstellen sich darauf nicht berufen könne. Für Rüdiger Zwarg (Grüne) wird auf dem kleinen Platz das notwendige Maß von 15 auf 30 Meter für ein Kinder-Sportfeld nicht erreicht, daher scheide also auch dieses Argument aus.

Michaela Harlander (SPD) schickte voraus, dass sie ausgebildete Physikerin sei und eine solche Lärmmessung völlig problemlos zu bewerkstelligen wäre. „Ich habe da gemessen als Kinder gespielt haben – die vom Antragsteller behaupteten Werte wurden niemals erreicht.“ Ohne Prüfung oder Gutachten entschied der Gemeinderat, dass die die Tore stehen bleiben und der Antrag abgelehnt wird.

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