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Einen Blick auf den See im Ortspark hat man von den Terrassen am Bürgerzentrum.

Im neuen Ortspark

Für fast 40 Millionen Euro: Kirchheim baut Rathaus und Bürgersaal im Doppelpack

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Jetzt also doch: Die Gemeinde Kirchheim baut sich ihr neues Rathaus und ein Bürgerhaus im Doppelpack. Der Komplex samt Gastronomie entsteht im Ortspark und kostet rund 40 Millionen Euro.

Kirchheim – Bis Ende 2023 bekommen die Kirchheimer im Nord des neuen Ortsparks ein imposantes neues Rathaus. Und direkt daneben entsteht ein Bürgerhaus für 400 Personen inklusive Gastronomie, mit schönem Blick von der Terrassen auf den Ortspark-See. Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) war zwar nicht begeistert, stimmte im Gemeinderat aber letztlich doch zu. Das Gesamtprojekt deckelte das Gremium auf 40 Millionen Euro.

Für das neue Ortszentrum Kirchheim 2030 baut die Gemeinde auf der Wiese zwischen der Staatsstraße 2082 und der Hauptstraße ein Rathaus. In der Planung von Anfang an vorgesehen war ein Bürgersaal samt Gastronomie und ein neuer Standort für die Gemeindebibliothek. Letztgenannte bleibt vorerst am Schlehenring, „weil wir da viel investiert und die Bürger den Standort sehr gut angenommen haben“, begründete Böltl. Dafür stellte der Gemeinderat nun die Weichen für den Kombi-Bau aus Bürgerhaus und Rathaus. „Ich halte davon wenig“, wandte der Bürgermeister ein. „Mir fehlt noch die Fantasie, ob wir den Saal wirklich gleich brauchen und ob es dafür eine echte Nachfrage gibt.“

Wer sich trauen lässt, hat Blick auf die Alpen

Am Ende ließ er sich aber von der Präsentation von Landschaftsarchitekt Edgar Tautorat und Architekt Peter Dürschinger überzeugen. Dieser stellte mit dreidimensionalen Grafiken und Schnitten das neue Zentrum den Gemeinderäten sowie zahlreichen Bürgern vor. Der Eingangsbereich ist komplett verglast. „Offen, hell und transparent“, sagte Dürschinger. „Eben ein echtes Bürgerzentrum mit großzügigen Wartebereichen und digitalen Informationen, in ganzheitlich öffentlicher Position für die Landesgartenschau, und für die Bürger.“ Das fünfstöckige Gebäude werde energetisch im Plusenergiestandard ausgeführt, dazu zählen eine gute Dämmung, Fernwärme, Geothermie, Photovoltaik, Heiz-/Kühl-Segel, eine Fußbodenheizung und eine Lüftung mit Wärme-Rückgewinnung. Die höheren Investitionskosten, so der Architekt, seien nach 13 Betriebsjahren amortisiert: „Langfristig können so Kosten wie auch CO2-Bildung reduziert werden.“

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Im obersten Geschoss werden der Sitzungssaal und das Trauzimmer angesiedelt, beide mit Blick über den Ortspark hinweg bis in die Alpen.

Landschaftsarchitekt Tautorat ging auf die Lage der beiden Gebäude ein. Von der neuen Bushaltestelle an der Hauptstraße werde eine flache Treppe, „weinbergähnlich“, auf das Rathaus und das Bürgerhaus zulaufen. Dort ist eine Gastronomie angesiedelt – „ideal zur Bewirtung der Landesgartenschau, mit großzügiger Terrasse am neuen Ortspark-See“, schwärmte Tautorat. Auf der anderen Seite des Gebäudes gibt es einen durch Hecken geschützten Platz für Lesungen oder kleinere Kultur-Veranstaltungen.

Bis Ende 2023 soll aus dem Areal an der St 2082 ein schmuckes Zentrum au s Rathaus und Bürgersaal werden. foto: bb

Philipp Ratajczak arbeitet als Projektsteuerer für die Gemeinde, er hatte die Zahlen parat: Durch die Optimierung des Raumprogramms sei die Fläche des Rathauses um sechs, die des Bürgerhauses um 12 Prozent gewachsen. „Ich empfehle den Bau des Bürgerhauses jetzt, eine spätere Realisierung würde wesentliche Mehrkosten nach sich ziehen für provisorische Abdichtungen, Beläge und Mauern sowie wegen steigender Baupreise“, sagte Ratajczak. Er kalkuliert für das Rathaus mit 31,6 Millionen Euro, für den Bürgersaal mit 7,8 Millionen, die Kosten für die Gastronomie auf rund 180 000 Euro, insgesamt also 39,6 Millionen Euro. Immerhin: „Durch Änderungen bei der Möblierung, Technik und Ausgestaltung konnten wir gegenüber der alten Planung 2,8 Millionen einsparen.“

Bei den Gemeinderäten stieß die Planung auf große Zustimmung, auch, dass Bürgersaal und Rathaus gemeinsam gebaut werden. „Für die SPD ist das ein Jubeltag, dass der Bürgersaal nicht verschoben wird. Jetzt fehlt nur noch die Bücherei im neuen Zentrum“, sagte Marcel Prohaska (SPD) sichtlich zufrieden.

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