Wandern im Olympiapark
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Vorbild Olympiapark: Ist man erst auf einem der Aussichtshügel, hat man einen traumhaften Ausblick aufs Gelände. Auch im Kirchheimer Ortspark soll ein erhöhter Aussichtspunkt errichtet werden.

Gemeinderatsmehrheit befürwortet Bau der Park-Kanzel im Ortspark

Kirchheim bekommt seinen Aussichtshügel

  • Bert Brosch
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Die einen, CSU, SPD, FDP und Volt, wollen den Aussichtshügel im Kirchheimer Ortspark als Anziehungspunkt für Generationen bauen. Die anderen, Grüne, VFW und JU, sind wahlweise aus Kosten-, Naturschutz- oder Standortgründen dagegen. Durchgesetzt haben sich in einer Sondersitzung die Befürworter – die Park-Kanzel kommt.

Kirchheim - Beide Seiten hatten sich Argumenten zurechtgelegt. Franz Glasl (JU) zeigte sich zwar als Befürworter eines Hügels, „aber bitte doch nicht da, direkt neben der Staatsstraße, auf der anderen Seite das Rathaus. So ein Hügel oder Turm gehört ins Zentrum des Parks“. Wolfgang Heinz-Fischer (VFW) kritisierte, dass die Befürworter mit dem Blick bis zu den Alpen werben, „vor dem Hügel stehen aber Bäume und vor allem Gebäude, bis zu 16 Meter hoch, da sieht man also gar nichts“. Christian Zenner (Grüne) monierte, der Gemeinderat habe bis heute keinerlei verlässliche Zahlen über Kosten und Zuschüsse. Wenn er höre, die Kirchheim 2024 GmbH sammle Gelder für Zuschüsse ein wo es nur gehe, komme er zum Schluss, der Ortspark sei schon heute deutlich teurer als die geplanten 13 Millionen Euro.

Blick von Drehleiter vermittelt zukünftige Hügel-Aussicht

Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) hatte am Tag vor der Sitzung noch die Feuerwehr samt Drehleiter an den künftigen Standort der Park-Kanzel anfahren lassen. So konnte je Fraktion ein Gemeinderat den Blick vom Aussichtshügel testen. Die Kirchheim 2024 GmbH hatte flugs eine neue Präsentation zur Park-Kanzel erstellt mit Argumenten: für alle erreichbar und jederzeit geöffnet, höchster Punkt, der ortsbildprägend wirke. Die Organisatoren verwiesen auf die beliebten Aussichtspunkte im Münchner Westpark, Englischen Garten oder den Olympia-Hügel. „Kirchheim 2024“-Geschäftsführer Maximilian Heyland betonte auch den Zeitdruck. Bei den archäologischen Untersuchungen fielen große Mengen an Rotlage an, die Schicht unter Humus und über dem Kies. „Den müssten wir ohne die Park-Kanzel teuer entsorgen“, so Heyland. „Daher brauchen wir die Entscheidung jetzt, dass wir im Februar noch roden und fällen dürfen.“ Stephan Keck (SPD) betonte, dass man sämtliche Grünflächen und Gehölze „platt machen“ dürfe, „wir haben so viele Ausgleichsflächen geschaffen. Aber wir gehen ja ganz behutsam bei den Rodungen vor und lassen alles, was nur irgendwie geht stehen.“ Ein Park sei kein Naturschutzgebiet, damit er entstehen könne, müsse man vorher roden. Dem stimmte Beate Neubauer (CSU) voll zu: „Wir entwickeln die Gemeinde weiter als Wohn- und Lebensraum, dazu muss man Dinge ändern.“

Letztlich setzen sich die Befürworter der Park-Kanzel im Gemeinderat mit 16:9 Stimmen durch.

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