FFP2-Masken sind in Bayern ab heute Pflicht im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen. Foto: Friso Gentsch/dpa
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FFP2-Masken sind in Bayern seit dieser Woche Pflicht im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen.

Coupons für günstigere FFP2-Schutzmasken

Corona: „Das Fass ist am Überlaufen“ - Rentner-Ehepaar wartet vergeblich auf Masken-Gutschein

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Wer älter als 60 ist, kann sich mit einem Coupon der Krankenkassen FFP2-Masken zu günstigen Preisen besorgen. Nur viele warten noch immer auf die Bezugsscheine. Das sorgt für Ärger.

Kirchheim – Uwe Prinz ist sauer. Da macht er keinen Hehl draus. Der 78-Jährige aus Kirchheim wartet als „zu schützende Spezies“ auf den Berechtigungsschein, der es ihm erlaubt, für sich und seine Frau Renate jeweils 12 FFP2-Masken in der Apotheke abzuholen. Doch der Coupon lässt auf sich warten.

Corona: FFFP2-Masken-Bezugsscheine kamen häufig noch nicht an

Zum Hintergrund: Seit 6. Januar zahlen über 60-Jährige für sechs FFP2-Masken zum Schutz gegen Corona nur zwei Euro Selbstbeteiligung, wenn sie einen Bezugsschein vorlegen. Zwei dieser fälschungssicheren Coupons (zwölf Masken) sollten sie dafür von ihren Krankenkassen oder ihrer privaten Krankenversicherung erhalten. Beim Ehepaar Prinz und wohl auch vielen anderen sind die Coupons bisher aber noch nicht angekommen.

„Es ist so traurig, was da abläuft“, schimpft Uwe Prinz. „Stets vollmundig etwas verkünden und dann passiert nichts. Das Fass ist nun wirklich am Überlaufen.“ Auf seinen Anruf beim Service seiner Krankenkasse erhielt er die Auskunft, dass der Versand der Coupons noch dauern könne, sie seien bei der Bundesdruckerei noch in Arbeit. „Die Mitarbeiter bei den Krankenkassen tun mir leid, denn die werden nun mit unzähligen Anrufen überschwemmt, auf ihren Köpfen entlädt sich der Unmut und dabei können sie gar nichts dafür“, sagt Prinz.

Corona: Krankenkassen erhalten die ersten Bezugsscheine

Zumindest scheint nun Bewegung in die Angelegenheit gekommen zu sein. Die „Barmer Krankenkasse“ etwa hat die ersten rund 1,5 Millionen Berechtigungsscheine für die Personen ab 75 Jahre erhalten. „Der Versand hat unmittelbar begonnen“, teilt Pressesprecher Thorsten Jakob. Die Gutscheine dieser ersten Tranche sollen demnach bis spätestens zum 27. Januar bei den anspruchsberechtigten Versicherten sein, ist auf der Barmer-Homepage zu lesen. Auch die „DAK-Gesundheit“ hat die ersten 895.000 Gutscheine für die FFP2-Masken zum Schutz vor dem Coronavirus von der Bundesdruckerei erhalten. „Diese wurden zusammen mit dem Anschreiben der Bundesregierung bereits an unsere Versicherten verschickt“, so der Pressesprecher für Bayern, Stefan Wandel. „Sobald weitere Gutscheine der Bundesdruckerei eintreffen, gehen diese sofort in den Versand.“

Dafür haben beide Krankenkassen schon im Vorfeld mit ihren Dienstleistern alle notwendigen Vorbereitungen getroffen. „Wir gehen aber davon aus, dass sich das bis Anfang Februar hinziehen kann“, sagt Wandel. Die Krankenkassen haben sich also gerüstet, die Barmer hat insgesamt 4,5 Millionen, die DAK drei Millionen Coupons fristgerecht bis zum 18. Dezember für ihre Versicherten in den von der Bundesregierung festgelegten Alters- und Risikogruppen bestellt.

Corona: Apotheken sind für Ansturm auf FFP2-Masken gewappnet

Gut gerüstet sind auch die Apotheken, bei denen sich in den vergangenen Wochen sowieso „schon fast alles um Corona und auch die FFP2-Masken dreht“, berichtet Sybille Christ, Inhaberin der drei Apotheken St. Emmeram, Knorr- und Räter-Apotheke in Heimstetten. „Wir haben mit dem Ansturm der älteren Menschen gerechnet und vorausschauend große Mengen beim Großhandel bestellt und auch erhalten.“ Nun sind Christ jedoch die Hände gebunden, eine kostenfreie Herausgabe der FFP2-Masken an ältere Menschen ist nur noch mit Coupon möglich, den die Apotheke anschließend fünf Jahre aufbewahren muss. Wie lange ihr Masken-Bestand jedoch hält, weiß Christ nicht. Denn mit der bayerischen Verordnung, der FFP2-Pflicht ab Montag für Jedermann, könne es unter Umständen doch eng werden.

Das Ehepaar Prinz hat das Warten auf die Coupons inzwischen leid. Nachdem bis Montag kein Berechtigungsschein im Briefkasten gelegen hatte, haben sie sich nun FFP2-Masken gekauft.

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