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Auch das neue Flachdach auf dem Haus für Kinder stand in der Kritik.

Debatte um Begrenzung

Front gegen Flachdächer in Kirchheim:„Wir wollen nicht wie Poing aussehen“

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Gemeinderat Marcel Proffert (LWK) hat Befürchtungen, „dass sich Kirchheim optisch so entwickelt wie Perlach oder Poing“, wo Häuser nur mit Flachdächern gebaut wurden. „Ohne Satteldächer würde das verloren gehen, was unser Ortsbild positiv auszeichnet“, sagte Proffert und forderte eine Begrenzung von fünf Prozent für Flachdächer bei Neubauten.

Kirchheim – Gemeinderat Marcel Proffert (LWK) lobte die bisherige Bauweise in Kirchheim exemplarisch mit den großen Wohnblocks Am Brunnen, am Schlehenring oder im Räter Einkaufszentrum (REZ). „Unser Ortsbild ist geprägt durch steile Satteldächer. Wenn man sich aber den Planstand Kirchheim 2030 ansieht fällt sofort ins Auge, dass nicht nur alle Mehrfamilienhäuser, sondern auch ein Großteil der Ein- und Zweifamilienhäuser Flachdächer erhalten sollen.“ Diese müsse man verhindern, daher beantragte Proffert die Einteilung in 75 Prozent Satteldächer, 20 Prozent Pult- und nur fünf Prozent Flachdächer. Sollte dabei zu viele Geschossfläche verloren gehen, könnte man die einzelnen Gebäude erhöhen.

Argumente gegen eine Festlegung

Aus Sicht der Verwaltung gibt es Argumente gegen eine solche Festlegung: begrünte Flachdächer seien positiv für die Planung, stehen für eine bessere Entwässerung auf dem eigenen Grundstück, vermeiden großflächige Versickerungsbauwerke, hätten Auswirkungen auf das Mikroklima, sorgen für eine geringere Aufheizung und haben einen ökologischen Nutzen. Eine Höhenstaffelung der Gebäudehöhen sei bei Satteldächern schwieriger. Zudem müsste die Gemeinde eine prozentuale Festsetzung der Dachtypen gegenüber dem Landratsamt begründen, hierfür lägen jedoch keine rechtssicheren Argumente vor.

Niemandem vorschreiben, welches Dach es sein muss

„Ich bin prinzipiell auch kein Freund von Flachdächern, aber wir haben in unseren Plänen für Kirchheim 2030 festgelegt, dass alle Flachdächer extensiv zu begrünen und in dieser Weise zu erhalten sind. Sollten die Flachdächer tatsächlich zu viel werden, können wir später immer noch eingreifen“, sagte Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU). „Wir haben verschiedene Dachtypen vorgegeben, an die müssen sich die Planer halten. Aber wir können keinem vorschreiben, welches Dach es sein muss“, sagte Böltl.

Auf begrünten Flachdächern sollten Schafe weiden

Rüdiger Zwarg (Grüne) unterstützte Profferts Antrag, aus seiner Sicht gebe es in der Planung viel zu wenige Null-Energie-Häuser und so gut wie keine begrünten Fassaden. „Wir sollten so wenige Flachdächer wie möglich erlauben, wenn wir den Kirchheimer Charakter erhalten wollen.“ Für Wolfgang Heinz-Fischer (VFW) sind auch begrünte Flachdächer „eine totale Verödung. Wenn, dann sollten da drauf Schafe weiden und so viel Natur wie nur möglich stattfinden. Und für die von uns gewünschten Fotovoltaik-Anlagen benötigt man auch eine gewisse Neigung des Daches, das schließt Flachdächer aus.“

Auch Franz Glasl (CSU) lehnt Flachdächer ab. „Wir sollten so nachhaltig wie möglich bauen. Ich wette, dass das neue Flachdach auf dem Haus für Kinder bereits jetzt vor der Fertigstellung die ersten Schäden hat. Wir sollten diese Dächer künftig für kommunale Bauten vermeiden.“ Trotz der Vorbehalte gegen Flachdächer lehnte der Gemeinderat eine prozentuale Einteilung der Dachtypen für Kirchheim 2030 mit 16:5 Stimmen ab.  

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