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Angedachter Standort: Auf dieser Wiese zwischen Ammerthalstraße und Autobahn sowie auf einem Großteil des Hubergroup-Geländes (blaue Gebäude) soll ein „grünes Gewerbegebiet“ entstehen.

Gemeinderat angetan von Idee

Gemeinde plant „grünes“ Gewerbegebiet: Diese Betriebe dürften sich nicht ansiedeln

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Kirchheim will den Klimaschutz nun auch ins Gewerbegebiet bringen: Die Gemeinde plant ein „grünes“ Industrieareal. Einige Betrieben dürften sich dann erst gar nicht ansiedeln.

Kirchheim – Spätestens in zwei Jahren will die Huber Group in Kirchheim seine Produktion ins Ausland verlagern. Bereits jetzt sucht das Unternehmen nach Käufern für das Grundstück an der Feldkirchner Straße. Direkt daneben, zwischen Ammerthalstraße, A 99 und der M 1 liegt eine unbebaute Wiese, auch sie steht zum Verkauf. Aus diesem Ensemble möchte die Gemeinde ein „grünes“ Gewerbegebiet entwickeln.

Der Bereich im Südwesten von Heimstetten ist derzeit geprägt von Logistikbetrieben sowie emissionsintensiven Industrieunternehmen, die offenbar negative Auswirkungen auf Bevölkerung und Mitarbeiter haben. Laut Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) erhält die Gemeinde regelmäßig Anrufe von Bürgern aus den angrenzenden Wohngebieten, welche sich über Gerüche oder die schlechte Luftqualität beklagen. Damit könnte bald Schluss sein.

Grünstreifen als Filter zwischen Autobahn und Gewerbe

„Unsere Idee ist es, dort künftig ein annähernd klimaneutrales Gewerbegebiet zu schaffen“, sagte Böltl im Gemeinderat. Dies bedeute eine Beschränkung der zulässigen Nutzungsarten auf emissionsarmes Gewerbe sowie einen durchgängigen Grünstreifens entlang der A 99 als trennendes Element. Für so ein „grünes“ Gewerbegebiet seien einzelne Betriebstypen, wie Speditionen, reine Lagerbetriebe, Autowrackplätze sowie Betriebe, die Lärm oder Gerüche absondern, nicht mehr möglich. Der geplante Grünstreifen fungiere als Filter, sowohl für die Emissionen der Autobahn als auch für die Gewerbebetriebe in der Umgebung. „Zudem soll dieser als Frischluftschneise fungieren und die neu geschaffene Grünfläche kann der Naherholung der im Quartier tätigen Mitarbeiter dienen, so einen Beitrag zu einer modernen Arbeitsumgebung leisten“, sagte Böltl.

Neben der Klimaneutralität verfolge die Gemeinde auch das Ziel, Flächen für „höherwertiges Gewerbe“ zu schaffen, die in der Gemeinde bislang nicht in ausreichendem Maße vorhanden seien, für die aber eine hohe Nachfrage bestehe. Sämtliche Grundstücke des vorgesehenen Quartiers stehen laut Böltl aktuell zum Verkauf. „Da müssen wir aktiv sein, wenn wir künftig entsprechend mitreden wollen, wer sich ansiedelt“, sagte der Bürgermeister. Zudem müsse der Bebauungsplan in Richtung Klimaneutralität der Betriebe geändert werden. Dadurch werde zwar das heute geltende Baurecht eingeschränkt, in Abwägung der betroffenen öffentlichen und privaten Belange und unter Berücksichtigung der hohen Bedeutung, die die genannten Umweltbelange haben, sollte diese Planung aber verfolgt werden.

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Ansprüche auf Entschädigung gegen die Gemeinde wegen der Einschränkung des Baurechts seien nach einer ersten Prüfung nicht zu befürchten, da es seit mehr als sieben Jahren bestehe. „Zur Sicherung unserer Planung müssen wir auch parallel eine Veränderungssperre beschließen“, ergänzte Böltl. Der Gemeinderat unterstützte die Planung einstimmig, Franz Graf (CSU) fasste stellvertretend zusammen: „Das freut mich unheimlich, dass wir jetzt endlich so ein zukunftsweisendes, grünes Gewerbegebiet realisieren wollen.“

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