Am 5. Juni 1921 war die erste Fahnenweihe.
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Am 5. Juni 1921 war die erste Fahnenweihe.
Vor der Ulrichskapelle angetreten: Die aktuellen Mitglieder. 
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Vor der Ulrichskapelle angetreten: Die aktuellen Mitglieder. 

100 Jahre Veteranenverein

Fahnenweihe in Heimstetten

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Im hundertsten Jahr seines Bestehens weiht der Veteranen- und Soldatenverein Heimstetten ein neue Fahne. Ein verein mit Tradition - und Zukunft!

Heimstetten – Im Jahr 1919 trafen sich junge Männer im „Alten Wirt“, dem heutigen Bürgerhaus. Ein paar Monate nach Ende des Ersten Weltkriegs war das Bedürfnis groß, die Kameradschaft fortleben zu lassen. So gründeten knapp 40 Mann den „Krieger- und Veteranenverein Heimstetten“. Am kommenden Wochenende feiern die Nachfahren großes Jubiläum mit Fahnenweihe.

Gedenken an die Kriegsopfer

Das Ziel aller Kriegervereine ist das ehrende Gedenken an die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege, die Kameradschaftspflege und in den Anfangsjahren auch die soziale Unterstützung für Witwen und Hinterbliebene. Das Angebot richtet sich heute an die Teilnehmer des Zweiten Weltkriegs, aber ebenso an aktive und ehemalige Angehörige der Bundeswehr. „Irgendwann klang das „Krieger“ für unseren Verein zu martialisch. Da wir uns sowieso von den Kirchheimern unterscheiden wollten – damals waren das ja noch zwei getrennte Ortschaften – haben wir uns irgendwann in den 1960er-Jahren in Veteranen- und Soldatenverein umbenannt“, sagt der Vorsitzende Ludwig Böltl. Ganz wichtig für alle Kameradschaftsvereine ist die Vereinsfahne. Die erste stammte aus dem Jahr 1921 und wurde von der Familie Glasl gestiftet.

Kriegerdenkmal in der St. Ulrichskapelle

Ziemlich zur gleichen Zeit, so erfährt man aus der umfangreichen Festschrift, wurde auch eine Steintafel mit den Gefallenen des Ersten Weltkriegs in der für den Verein wichtigen Sankt Ulrichskapelle errichtet. Hier befindet sich auch das Kriegerdenkmal. An dessen Einweihung am 12. Juni 1955 nahmen 1500 Heimstettener teil, der spätere Vereinsvorsitzende Leonhard Kraft zitierte dazu Nietzsche: „Nur wo Gräber sind gibt es Auferstehungen.“

Viele Aufzeichnungen vernichtet

Während der Nazizeit stand der Verein unter sehr engen Auflagen, dabei wurden viele Dokumente und Aufzeichnungen vernichtet. Auch unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg ruhte die Vereinstätigkeit, die Überlebenden waren traumatisiert und mit dem Wiederaufbau beschäftigt. Erst auf Initiative von Bürgermeister Hans Kiefl trafen sich im Jahr 1953 rund 50 Männer im „Alten Wirt“ und trugen sich als Erstmitglieder in den Verein ein. Vorsitzender wurde der spätere Bürgermeister Josef Hausladen, auf ihn folgte 1958 Leonhard Kraft, der das Amt 39 Jahre bis zu seinem Tod 1997 innehatte. In der Zeit wanderte auch das Vereinslokal vom geschlossenen Alten Wirt in die Bahnhof-Restauration, den heutigen Gasthof Eberle. Legendär waren die großen Faschingsbälle. Ab 1998 hieß der Vorsitzende Josef Dirl, sein Nachfolger war ab 2003 Gustav Stoll, er warb viele jungen Mitglieder und führte eine neue Kleiderordnung ein. Seit 2012 ist Ludwig Böltl der Vorsitzende, unter seiner Ägide und durch seine große Sammel-Initiative hin konnte der Verein sich seine neue Fahne zur 100-Jahr-Feier anschaffen. Über das passende Motiv wurde im Verein lange diskutiert, es sollte nicht zu farbig sein, da die Fahne doch zu eher nicht so freudvollen Anlässen zum Einsatz kommt. Letztlich entschied man sich für die Ulrichskapelle in einer mystischen Winterlandschaft.

Kameradschaft und Geselligkeit

Heute ist die Basis des Vereins die Pflege von Kameradschaft und Geselligkeit. Dazu zählen neben den Teilnahmen mit Fahnenabordnung an der Fronleichnamsprozession, der Floriansmesse sowie dem Volkstrauertag das Wildessen zur Jahreshauptversammlung, das Radiessen, Ausflüge und ein Sommerfest. Ein besonderes Anliegen ist dem Verein, seine verstorbenen Kameraden auf dem jeweils letzten Weg gebührend zu begleiten. Mit Einwilligung der Angehörigen wird der Verstorbene mit Blasmusik, einem Kranz und – sofern er gedient hat – mit drei Salutsalven verabschiedet. 

Festprogramm

„Hoaschdenger Sommernachtstraum“ am heutigen Freitag mit dem Salonorchester Hans Lederwascher, 20 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr, Godl Stadl, Hauptstraße 11. Eintritt: zehn Euro. Sonntag, 2. Juni: 10 Uhr Festgottesdienst mit Fahnenweihe in St. Peter, anschließend Festzug zum Feststadl.

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