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Kirchheims Jugend hat null Bock auf Politik

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Von: Bert Brosch

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Gähnende Leere an den Tischen im Jugendzentrum Kirchheim. Die Jugendlichen verzichteten darauf, mit der Lokalpolitik ins Gespräch zu kommen.
Gähnende Leere an den Tischen im Jugendzentrum Kirchheim. Die Jugendlichen verzichteten darauf, mit der Lokalpolitik ins Gespräch zu kommen. © Bert Brosch

Die Politiker und das Jugendzentrum hatten sich solche Mühe gegeben. Doch zu einer gemeinsamen Veranstaltung aller Kirchheimer Wahlkämpfer kam kein einziger Jugendlicher.

Kirchheim – Schnittchen und Pizza lagen bereit, einige Politiker hatten Thesen, über die sie diskutieren wollten, auf die Papier-Tischdecken gemalt. Doch am Schluss aßen die Politiker die Schnittchen selbst, und das Papier landete im Müll. Kein einziger der Kirchheimer Jugendlichen war aufgetaucht, als unter dem Titel „Stimme der Jugend“ im Jugendzentrum ihre Mitsprache gefragt war.

Viel Werbung für die Katz

Alexander Tielker, Leiter des Kirchheimer Jugendzentrums, war genauso enttäuscht wie die Vertreter sämtlicher Parteien und Gruppierungen, die sich um Sitze im kommenden Gemeinderat bemühen. Die ganze Werbung auf Plakaten und Anzeigen, in den sozialen Netzwerken und sogar die Vorsprache in den höheren Klassen im Gymnasium – alles für die Katz.

Hugo Fischer vom Kreisjugendring hatte Informationen zur Demokratiebildung sowie Abstimmungs-Material dabei. „Unser Ziel ist es, der Jugend klar zu machen, wie sie sich beteiligen kann in der eigenen Gemeinde.“ Auch wenn man noch nicht wählen darf. Fischer tourt mit dem Info-Stand „Stimme der Jugend“ durch den gesamten Landkreis (siehe Randspalte). „In einigen Orten kommen viele Jugendliche, wenn wir auf dem Marktplatz aufbauen, in einigen weniger“, sagt er. „Aber dass gar keiner kommt, das ist schon sehr außergewöhnlich.“

Die Politiker waren da, doch zur geplanten Diskussion zwischen den Kommunalpolitikern und der Kirchheim Jugend kam es nicht, weil kein Jugendlicher da war: (vordere Reihe, v.l.) Rüdiger Zwarg (Grüne), Felix Kutsch (SPD), Marcel Proffert (LWK/VFW); Thomas Jännert (FDP), Florian Sift (CSU), Michael Dirl (JU); hintere Reihe, v.l.: Veronika Kröniger (Grüne), Marianne Hausladen (CSU), Daniel Mayr (VFW), Alexander Tielker (Juz), Philipp Pollok (FDP), Martin Gärber (CSU), Tanja Heidacher (SPD), Dorothea Wallura (CSU).
Die Politiker waren da, doch zur geplanten Diskussion zwischen den Kommunalpolitikern und der Kirchheim Jugend kam es nicht, weil kein Jugendlicher da war: (vordere Reihe, v.l.) Rüdiger Zwarg (Grüne), Felix Kutsch (SPD), Marcel Proffert (LWK/VFW); Thomas Jännert (FDP), Florian Sift (CSU), Michael Dirl (JU); hintere Reihe, v.l.: Veronika Kröniger (Grüne), Marianne Hausladen (CSU), Daniel Mayr (VFW), Alexander Tielker (Juz), Philipp Pollok (FDP), Martin Gärber (CSU), Tanja Heidacher (SPD), Dorothea Wallura (CSU). © Bert Brosch

Auch der Politik-und-Pizza-Talk ist eingeschlafen

Leider habe sich ein Desinteresse schon in den vergangenen Jahren angedeutet, als zur „Politik & Pizza“-Talkrunde des Bürgermeisters von Jahr zu Jahr immer weniger Jugendliche kamen und man die Veranstaltung einschlafen ließ. „Wir wollten jetzt was Neues ausprobieren – das ist gescheitert“, sagte Jugendzentrums-Leiter Tielker. Ob es am Termin Samstag, dem Ort Jugendzentrum, an der Uhrzeit 15 Uhr lag, oder ob die Jugendlichen in Kirchheim einfach zufrieden sind – darüber rätselten Parteienvertreter unter sich.

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