Betreuungsplätze fehlen:

Kinderhaus wird dringend gebraucht

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Laut Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) arbeitet die Gemeinde Kirchheim in Sachen Kinderbetreuung am obersten Limit. Weil der Bedarf an Plätzen stetig wachse und in den vergangenen Jahren zu wenig investiert worden sei, gebe es jetzt enormen Druck, sagte Böltl. Das neue Kinderhaus muss daher zügig gebaut werden. Böltl hofft, dass es 2019 in Betrieb gehen kann.

Kirchheim – Nach einer dreijährigen Planung hatte der Gemeinderat im November 2016 ein „Haus für Kinder“ neben dem Jugendzentrum beschlossen. Aktuell geht man von Kosten von 7,23 Millionen Euro für die 100 Kinderplätze in Kinderkrippe, -hort und –garten aus. Fertigstellung sollte im Sommer 2018 sein, nun plant die Verwaltung aber bereits mit einem Einzug im Frühjahr 2019.

Nachdem die Sanierung der Kindertagesstätte St. Franziskus abgeschlossen ist, dort zwei neue Gruppen entstanden sind und zudem in der Kita „Märchenland“ an der Caramanicostraße zwei Gruppen dazugekommen sind, untersuchte die Verwaltung, ob noch Bedarf für ein Kinderhaus besteht. „Vor wenigen Tagen wurden die Anmeldungen für September abgeschlossen. Demnach hätten wir für die Krippe und die Tagespflege bei 91 Anmeldungen 17 freie Plätze bis März 2018 gehabt. Bei den Kindergärten haben sich 153 angemeldet, das wären neun freie Plätze, bei Hort und Mittagsbetreuung wurden für 84 freie Plätze 86 Kinder angemeldet, da stehen also schon zwei auf der Warteliste“, berichtete Böltl. Die vermeintlich 26 freien Plätze seien bereits wieder weg, weil seit dem Stichtag 31. März bereits über 60 neue Kinder angemeldet wurden. „Täglich kommen mehrere Kinder dazu – das wird auch langfristig so bleiben“, stellte der Bürgermeister fest.

Laut Alexander Brettreich von der Kämmerei erwartet man zahlreiche fehlende Plätze in den kommenden Jahren: 34,5 Kinder durch die Baugebiete Hausen-Süd und Martin-Luther-Straße, fünf Kinder aus dem neuen Asylbereich Tannenweg, vier Kinder von Asylbewerbern aus der Räterstraße sowie fünf Kinder durch Einzug in die neuen gemeindlichen Wohnungen an der Caramanicostraße. „Mit dem errechneten Bedarf von mindestens 50 zusätzlichen Plätzen, gemeinsam mit den zu erwartenden Zuzügen, ist das „Haus für Kinder“ also ganz sicher dringend notwendig“, sagte Böltl. Dazu kommt die Generalsanierung des katholischen Kindergartens St. Elisabeth in Kürze, dessen Kinder im August umziehen.

Gemeinderat Wolfgang Heinz-Fischer (VFW) verwahrte sich gegen Böltls Kritik am alten Gemeinderat und am ehemaligen Bürgermeister Heinz Hilger (VFW). „Wenn wir heute transparente Zahlen hätten, so wie damals, dann würde jeder sehen, dass es keine Wartelisten gab und wir vorausschauend geplant und gebaut haben. Ich wünsche mir klare Zahlen über die Kinder, die in den Einrichtungen sind, die sich angemeldet haben und auch über das Personal – da sollten doch Frauen ausgebildet werden, nur, kein Mensch hat je wieder davon gehört.“

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