Die Kufen bleiben kalt

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Es ist kalt. Überall gefrieren die Seen zu. Aber in Kirchheim wird es keine  Eisbahn geben. 

Kirchheim – Trotz der Kälte in diesem Winter: Es wird keine Eisbahn im Sportpark des SV Heimstetten (SVH) geben. Die Stockschützen wollten keine Eisbahn auf ihren beiden Spielbahnen haben, sagte Kirchheims Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU).

Nachgefragt hatten die beiden Gemeinderäte Ilse Pirzer (SPD) und Rüdiger Zwarg (Grüne). Sie wunderten sich im Bauausschuss, warum trotz der frostigen Temperaturen keine Eisbahn im Sportpark des SV Heimstetten hergerichtet wurde. „Dafür wurde diese Bahn der Stockschützen nämlich gebaut“, sagte Zwarg. Laut Bürgermeister Böltl wollen die Stockschützen das nicht. und außerdem sei der Aufwand zu groß und die Kälteperiode zu kurz, sagte Böltl.

Im Frühjahr 2011 hatte Zwarg im Gemeinderat den Antrag auf eine Eisbahn gestellt, weil die zuvor benutzte Fläche an den offenen Tennisplätzen der Zugspitzstraße nicht mehr zur Verfügung stand. Dem Antrag wurde stattgegeben, die Kosten stiegen dadurch für die reine Natur-Eisbahn von 7700 Euro auf über 32 000 Euro. Mit knapper Mehrheit genehmigte der Gemeinderat die kombinierte Bahn mit Pflasterbelag auf einer Fläche von 30 mal 15 Metern, groß genug, um auch ein bisschen Hockey spielen zu können. Im Februar 2012 war es lange Zeit kalt genug, sodass man auf einer fünf Zentimeter dicken Eisschicht Schlittschuh fahren konnte. Seither nie wieder.

Jetzt stellte Pirzer den Antrag, die Bahn zu aktivieren. „Wir haben die Stockschützen des SVH gefragt und die lehnen das strikt ab. Aus unserer Sicht ist der Aufwand auch zu groß, denn man kann da nicht einfach Wasser reinlaufen lassen, das haben wir mal versucht“, sagte Böltl. Man müsse zunächst mit zwei Mann eine Folie auslegen und dann langsam, Schicht für Schicht, Wasser einfüllen. „Wer soll das machen? Wir sind am Bauhof sowieso knapp mit Personal und wenn es schneit, dann müssen die mit Fahrzeugen los und räumen“, sagte Böltl. Der Verein sei der Pächter der Anlage und pflege diese, habe da also eine große Mitsprache. Zudem sei die Frostperiode zu kurz für den großen Aufwand. Gemeinderat Zwarg schüttelte den Kopf: „Wir bauen eine Natureisbahn so großzügig, dass die Sommer-Stockschützen auch drauf können und jetzt lehnen die das Eis ab?“

Auch Ilse Pirzer zeigte sich sehr enttäuscht, denn zahlreiche Kirchheimer hätten sie immer wieder auf die Eisbahn angesprochen. Franz Glasl (CSU) sagte, prinzipiell sei die Idee der Natureisfläche toll, „aber wenn es aus Wettergründen nicht geht, dann ist es eben nicht machbar“. Sein Fraktionskollege Franz Graf bezweifelt, dass es überhaupt Interesse in Kirchheim gebe.  bb

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