Noch trockenen Fußes konnten die Kirchheimer den Teil des Geländes besichtigen, wo einmal der Parksee sein soll.
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Noch trockenen Fußes konnten die Kirchheimer den Teil des Geländes besichtigen, wo einmal der Parksee sein soll

Eine Baustelle, zig Fragen: Großes Interesse an erster Führung über Gelände der Landesgartenschau

  • Bert Brosch
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Das Interesse war groß bei der Führung über die Baustelle des künftigen Geländes der Landesgartenschau. Die Kirchheimer hatten etliche Fragen. Wer nicht dabei war, kann das nachholen.

Kirchheim – Über ein Jahr gab es für die Kirchheimer keine Möglichkeit, sich auf dem über zehn Hektar großen Gelände der Landesgartenschau (LGS), die ab 15. Mai 2024 stattfindet, zu informieren. Jetzt ging es mit den ersten Führungen los. Eines zeigte sich prompt: Das Interesse der Bürger ist groß.

Die beiden Geschäftsführer der Landesgartenschau, Maximilian Heyland und Johannes Pinzel, standen bereit, um 30 Bürger bei sengender Hitze zu informieren und über einen Teil des Geländes zu führen. „Warum findet die Landesgartenschau überhaupt in so einer kleinen Gemeinde wie Kirchheim statt?“, wollte ein Mann wissen. „Welchen Einfluss hat der Gemeinderat auf die aktuellen Entwicklungen, da es ja eine Landesgartenschau GmbH ist?“, fragte ein anderer. „Von wem stammte denn die Idee, sich zu bewerben?“, interessierte eine ältere Dame. Was sind die Ziele der Ausstellung, was bleibt für die Kirchheimer, warum wandern die Dreckberge ständig auf dem Gelände hin und her, wie groß wird der See und wo genau kommt der Aussichtshügel hin, lauteten einige der vielen Fragen, die Heyland und Pinzel mit viel Detailwissen ausführlich beantworteten.

„Unsere Ziele sind...“

Baustellen-Führungen

Am 16. Juli um 11.30 Uhr sowie am 31. Juli um 7 Uhr gibt es die nächsten Führungen. Anmeldungen sind unter info@lgs2024.de oder telefonisch unter Tel. 089/90 909-2024 notwendig.

Die beiden Geschäftsführer berichteten von der Entstehungsgeschichte rund um die Bewerbung der Ausstellung. „Die Grundidee hatte Bürgermeister Maximilian Böltl, der sich sagte, das riesige Neubaugebiet von Kirchheim 2030 sollte nicht nur Wohnraum schaffen, sondern eben viel mehr“, sagte Pinzel. Böltl fand schnell einen Mitstreiter in SPD-Gemeinderat Stephan Keck, der mittlerweile Aufsichtsrat-Vorsitzender des Landesgartenschau GmbH ist. Da auch der Gemeinderat fast einstimmig mitzog, wurde das Konzept mit Fachplanern und Gartenbauern entwickelt. „Eine GmbH haben wir aus steuerlichen Gründen gemacht. Aber natürlich trifft alle Entscheidungen der Gemeinderat und die GmbH löst sich am Ende der Veranstaltung am 6. Oktober 2024 wieder auf“, sagte Heyland. Er betonte, die LGS in Kirchheim werde unter dem Motto „Zusammen.Wachsen“ mitten im Ort, in der Natur und Wildnis sein – im Gegensatz zu Würzburg oder München, wo die LGS auf einem ehemaligen Kasernen- oder Flughafengelände stattfand. Heyland: „Unsere Ziele dabei sind ein Park für die Bürger, Klimaschutz, viele neue Radwege, wenig Autoverkehr und der weitest mögliche Erhalt von Natur für Tiere und Pflanzen.“

Die Frage, warum man jede Woche die hohen Erd- und Dreckhügel an einer anderen Stelle des Geländes findet, beantwortete Pinzel mit dem Vorrang der Archäologie rund um Kirchheim. „Wir haben in den letzten Jahren so viel historische Schätze gefunden, da müssen wir vor einem Aushub immer zunächst die Oberfläche abschaben, damit die Archäologen rankommen. Da wir das nicht teuer entsorgen wollen, sondern daraus unser eigenes Wachssubstrat herstellen sowie den Füllstoff für Wege und Straßen, müssen wir die Hügel ständig verschieben.“

See ab 2023 befüllt

Schließlich landete die Gruppe auf einer Fläche südlich des geplanten neuen Rathauses. „Wir stehen jetzt in der Mitte des neuen Sees“, erklärte Heyland. Ab Sommer 2023 wird der befüllt mit 8325 Kubikmeter Grundwasser, ist maximal drei Meter tief, aber kein Badesee.“ Er reinigt sich biologisch selbst, dient nur zum Erholen, am Ufer sitzen, Kaffee trinken, Füße reinhängen“, erklärt Heyland. An diesem Tag konnten die Besucher allerdings nicht trockenen Fußes darüber laufen.

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