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Diese Tankstelle in Kirchheim überfiel der 20-Jährige.

Ein mutiger Kunde vertrieb den Täter damals

„Mein Leben ist halbwegs zerstört“: Aschheimer (20) gesteht Tankstellen-Raub

  • Angela Walser
    vonAngela Walser
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Mit gezückter Waffe wollte ein vermummter Räuber im Juli 2019 eine Tankstelle in Kirchheim überfallen. Ein Kunde vertrieb ihn. Nun steht der 20-jährige Aschheimer vor Gericht. Und ist geständig.

Kirchheim/München – Es klang wie ein Schrei nach Hilfe: „Ich möchte mich einfach ändern. Mein Leben ist halbwegs zerstört, ich bin 20 Jahre alt und ich bin im Gefängnis.“ Das sagte gestern ein 20-jähriger Bursche aus Aschheim. Vor einem Jahr hatte er in Kirchheim versucht, eine Tankstelle zu überfallen. Er bauchte Geld für Drogen. Doch dann traf ihn eine Stumpenkerze, die ein Kunde ihm entgegen geschleudert hatte. Und plötzlich wollte der 20-Jährige mit alledem nichts mehr zu tun haben und flüchtete.

Er war geradezu wild entschlossen, ein Geständnis abzulegen, und so erzählte der Aschheimer, wie an besagtem Julitag 2019 das Unheil seinen Lauf genommen hatte. Ursprünglich wollte er in Poing einen Kiosk ausrauben. Aber dann verließ ihn der Mut. Er erinnerte sich an die Tankstelle und bat einen Freund, ihn mit dem Motorrad nach Kirchheim zu bringen. Mit Kapuze und Schal vermummt und einem Gas-Revolver bewaffnet, lief er in den Verkaufsraum und begab sich zur Kasse. Er schrie: „Überfall, Geld, Plastiktüte“.

Waffe in Gully versteckt

Während die Kassiererin (60) begann, das Geld in die Tüte zu packen, tauchten alle Kunden hinter den Regalen ab. „Es war ganz leer“, erinnerte sich der Angeklagte. Doch von draußen hatte ein Kunde das Geschehen beobachtet. Er packte sich eine große Stumpenkerze und warf sie auf den Angeklagten. Der Aufprall riss den jungen Mann aus seinem Überfall-Szenario. „Ich hätte das Geld noch nehmen oder rausspazieren können“, ließ er die Situation Revue passieren. Doch vollkommen in Panik stürmte er aus dem Verkaufsraum. Er warf noch einen Ständer mit Getränkedosen um und prallte dann äußerst schmerzhaft mit der Schulter gegen eine Glastür. Schließlich stürmte er zum wartenden Freund mit dem Motorrad. Beide brausten davon.

Erst Tage später versteckte er den Revolver im Auffangkorb eines Gully-Deckels in Aschheim. Dort könnte er heute noch liegen, wenn nicht jemand anders sie gefunden hätte. Diese Verstecke würden nämlich auch gerne für Drogen benützt, erklärte der Angeklagte. Dass es überhaupt zu diesem Überfall gekommen war, führte der Gerüstbauer auf seine Drogen-Situation zurück. „Ich war nicht bei klarem Verstand, habe zu viel genommen“, sagte er. Zudem hätten sich erste Entzugserscheinungen bemerkbar gemacht. Seit zwei Tagen hatte er damals nichts mehr bekommen. Außerdem war ihm das Geld ausgegangen.

Letzteres hätte er sich notfalls von seinen Spezln leihen können. Sie hatten ihn nach eigenen Angaben noch vor einer Straftat gewarnt. „Hey, mach diesen Mist nicht, haben die Kumpels gesagt“, berichtete er vor Gericht. „Ich entschuldige mich dafür und schäme mich“, erklärte er. Der Prozess wird morgen fortgesetzt.

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