Eine Engelsstatue auf einem Grab
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Familie und Freunde trauern um Rudolf Böltl (Symbolbild)

„Wenn du etwas machst, dann mach‘ es g’scheit!“

Metzger, Musiker und Mentor: Trauer um Rudolf Böltl (69)

  • Sabina Brosch
    vonSabina Brosch
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Er war Jahrzehnte lang der Chef der Metzgerei Böltl in Heimstetten. Nun ist Rudolf Böltl verstorben.

Heimstetten – Stets mitten im Leben, ein beliebter Arbeitgeber und erfolgreicher Geschäftsmann, ein vielseitig interessierter und begabter Mensch – das war Rudolf Böltl. Am 7. Februar verstarb er in seinem Geburtshaus in Heimstetten, wo er am 6. Juli 1951 das Licht der Welt erblickt hatte.

Rudolf Böltl (†) führte über Jahrzehnte die Familienmetzgerei.

Rudolf Böltl wurde in den elterlichen Metzgereibetrieb hineingeboren. Als jüngstes von drei Geschwistern lernte er das Metzgerhandwerk und übernahm die Metzgerei Böltl im Jahr 1981. Zehn Jahre später baute er sie aus und entwickelte sie von einem kleinen Laden in ein Unternehmen mit rund 25 Arbeitsplätzen. Zum unternehmerischen Erfolg trugen seine hohe Kunden- und Qualitätsorientierung bei. Sein Motto war stets: „Wenn du etwas machst, dann mach‘ es g’scheit!“

Seine Freizeit widmete er seiner Familie, seinen Freunden und auch seinen vielfältigen Leidenschaften: der Liebe zur Natur mit ihren Tieren und Pflanzen, der Musik, aber auch dem Reisen. Er liebte Hunde und schon vor Abschluss seiner Jagd-Prüfung bildete er als 16-Jähriger seinen ersten eigenen Jagdhund aus. Von seinem Vater erbte Rudolf Böltl die Musikalität, er spielte Gitarre und Mundharmonika und war ein leidenschaftlicher Jagdhornbläser. Neben dem Gesangsverein war er auch Mitglied bei der Feuerwehr, dem Soldaten- und Veteranenverein und dem Hoaschdenger Kegelclub. Viele der Vereinsfeste, wie den Heimstettener Straßenfasching, machte er erst durch sein großes Engagement möglich.

Bergfex und Brauer

An seiner Seite war seit 1972 seine Frau Maria, deren Herz er im Sturm eroberte. Nach der Hochzeit vier Jahre später verbrachte er mit ihr, den Kindern Rudolf, Katrin und Quirin, seine Freizeit gerne in den Bergen, beim Ski- und Fahrradfahren, oder erkundete die Insel Korsika, ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Böltl gab sich selten mit etwas zufrieden oder nahm es als gegeben hin, er wollte die Dinge, wenn möglich, auch verbessern. Das tat er nicht nur bei dem von ihm produzierten Lebensmitteln wie Wurst und Fleisch, sondern er backte auch selbst Brot und braute Bier mit dem eigenen Hausbraurecht. Er war neugierig und wissbegierig und was ihn auszeichnete war, dass er seine Begeisterung auf andere übertragen konnte. Für viele Jugendliche war ein wichtiger Mentor und Begleiter, unterstützte sie, ihre individuellen Interessen mit Herzblut zu verfolgen und dabei nie das Wichtige aus dem Blick zu verlieren.

In den letzten Jahren hatte er dann zunehmend mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Er übergab die Traditions-Metzgerei im Jahr 2012 an seine Tochter Katrin, arbeitete mit seinem großen Erfahrungsschatz aber auch weiter tatkräftig im Betrieb mit – so gut es seine fortschreitende Krankheit eben zuließ. Rudolf Böltl starb im Alter von 69 Jahren im Kreis seiner Familie.

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