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Nicht mehr standsicher und kaum mehr Ertrag: Die vier Obstbäume am Starnberger- und Spitzingseeweg werden gefällt. 

Obstbäume auf den Naschwegen werden gefällt

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Anwohner des Starnberger- und des Spitzingseeweges in Kirchheim haben den Antrag gestellt, auf den sogenannten „Naschwegen“, den schmalen Trampelpfaden zwischen ihren Grundstücken, vier Obstbäume zu fällen.

Kirchheim – Die zwei Kirsch-, ein Apfel- und ein Pflaumenbaum gehören der Gemeinde, an ihnen darf sich jeder bedienen. Angeblich verschatten die Bäume die Gärten und sind nicht mehr standsicher. Der Bauausschuss stimmte der Fällung zwar zu, es müssen aber neue Obstbäume gepflanzt werden.

Im Jahr 1985 wurde der Bebauungsplan 29 im Südwesten von Heimstetten aufgestellt, damals tauchte im sogenannten „Castell“ auch erstmals der Begriff der „Naschwege“ für zwei schmale Trampelpfade innerhalb des Chiemseerings auf. Auf diese unbefestigten Wege wurden von der Gemeinde Pflaumen-, Birnen-, Apfel- und Kirschbäume gepflanzt, deren Erträge für die Allgemeinheit gedacht sind. Laut Gemeindeverwaltung wurde die Pflege der Bäume in den letzten Jahren nicht optimal durchgeführt. Zudem haben Anwohner Äste, die auf ihre Privatgrundstücke hingen, unsachgemäß entfernt. Daher mussten bereits einige Bäume aufgrund ihres Gesundheitszustandes entnommen werden.

Weil sich die Pflege der Wege mit Handmahd sowie der Schnitt und Ernte der Obstbäume als sehr zeitintensiv herausgestellt hat, wurde es damals für sinnvoll erachtet, die entnommenen Bäume nicht zu ersetzen. Daher sind jetzt zum Teil große Lücken zwischen den Bäumen.

Mehrere Anwohner wollen nun auf Grund der „hohen Verschattung“ durch die Bäume sowie der Angst, dass sie bei Sturm möglicherweise angrenzende Häuser beschädigen, dass vier Obstbäume gefällt werden. Auch das Umweltamt der Gemeinde befürwortet dies aufgrund des Schädigungsgrades sowie der nicht optimalen Standortbedingungen. Es sei einfach zu wenig Platz für die Bäume vorhanden, daher sollten dort dann Wildblumenwiesen angesät werden.

Wolfgang Heinz-Fischer (VFW) kritisierte generell: „Ständig hören wir hier im Bauausschuss, dass Bäume einen Garten beschatten und daher gefällt werden müssten. Das kann doch nicht sein, dass wir da immer zustimmen.“ Aus seiner Sicht habe man sich vor über 30 Jahren beim Anlegen der Naschwege schon etwas gedacht und die Obstbäume dort bewusst gepflanzt. „Wenn wir die wirklich fällen, dann müssen da neue gepflanzt werden“, forderte Heinz-Fischer.

Gerd Kleiber (FDP), der die Sitzung leitete, stellte fest, dass die Beschau der Bäume durch die Gemeinde-Försterinnen ergeben habe, dass sie nicht mehr stabil seien und auch nur wenig Ertrag brächten. „Doch einige Bäume wurden durch die Anwohner falsch beschnitten und jetzt sind sie krank – da stimmt doch was nicht“, sagte Kleiber. Er schlug als Ersatzpflanzungen kleinere Obstbäume, wie Spalierobst oder Halbstämme vor. Auch Susanne Merten-Wente (Grüne) wollte die Anwohner nicht aus der Pflicht entlassen. „Die beschneiden falsch und wollen jetzt, dass wir die Bäume fällen? Nein, so läuft das nicht.“

Marcel Prohaska (SPD) schlug vor, dass die Verwaltung ein neues Konzept für Ersatzpflanzungen erstellen müsse, eventuell seien ja die Standorte oder auch die Bäume damals falsch ausgewählt worden.

Für Johann Hausladen (CSU) stand außer Frage, dass die Obstbäume nach dem Fällen durch neue ersetzt werden müssen. „Wir verlangen von jedem Privatmann nach dem Fällen eine Ersatzpflanzung, da kann sich wohl die Gemeinde nicht über ihre eigenen Vorgaben hinwegsetzen und eine Blumenwiese säen.“ Dem stimmte der Bauausschuss einstimmig zu.

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