Pfarrerin Susanne Kießling-Prinz hinterlässt traurige Herzen

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Pfarrerin Susanne Kießling-Prinz verlässt die evangelische Cantate-Kirchengemeinde in Kirchheim. Sehr zum Kummer der Gläubigen.

KirchheimNach über zehn Jahren verlässt Pfarrerin Susanne Kießling-Prinz (57) die evangelische Cantate-Gemeinde in Kirchheim. Für sie ist es der richtige Zeitpunkt, um eine neue Pfarrgemeinde kennenzulernen. Für die Cantate-Gemeinde ist es ein schmerzlicher Verlust, denn Kießling-Prinz hat sich auf vielfache Weise im kirchlichen Miteinander engagiert.

So feierte sie in Kirchheim im Jahr 2015 das 30-jährige Bestehen der Cantate-Kirche und das 35-jährige Bestehen der Kindertagesstätte. Das Lutherjahr 2017 war geprägt von vielen Veranstaltungen, die sie mitinitiiert hatte. Insbesondere aber bekannt ist die Pfarrerin, weil sie, gemeinsam mit ihrer Pfarrgemeinde, dem irakischen Ehepaar Sedat und Bahee im November 2015 Kirchenasyl gewährt hatte. Kießling-Prinz arbeitete sich intensiv in das Asylgesetz ein, stand in ständiger Verbindung mit Polizei, Ausländeramt und Landeskirche. Und noch heute ist sie sich sicher, dass sie und ihr Kirchenvorstand damals die richtige Entscheidung getroffen haben. Im November vergangenen Jahres wurde zudem ihr Sonntagsgottesdienst mit dem Motto „Fremdsein überwinden“ im Deutschlandradio live übertragen.

Mit dem Wechsel auf die erste Pfarrstelle der Zachäus-Kirche in Gröbenzell erfüllt sich die 57-Jährige einen persönlichen Wunsch. Dass sie nicht bis zur „Rente“ in Kirchheim bleiben werde, dessen sei sie sich stets bewusst gewesen. „Ich habe mich für die Gemeinde beworben, weil ich noch einmal wechseln wollte. Dort habe ich außerdem eine Kollegin. Wir können uns die Aufgaben dann teilen, uns absprechen, im Team arbeiten.“ Wichtig sei, dass es in Gröbenzell – ähnlich wie in Kirchheim – eine offene und lebendige Gemeinde gebe. Außerdem auch eine aktive Flüchtlingsarbeit. Die liege ihr „sehr am Herzen“, sagte Kießling-Prinz. Ihren Gefühlszustand beschreibt die Pfarrerin als einen Zwiespalt zwischen Traurigkeit und Vorfreude.

Traurig, das ist auch die Kirchengemeinde: „Wir denken sehr schweren Herzens an den Verlust“, sagte Kirchenvorstand Elke Lichtenecker-Hub. „Die Pfarrerin ist ein so behutsamer Mensch mit dem Gespür, was Menschen brauchen.“ Bescheiden und mit einem klaren Blick, sei sie offen für Neues, offen für Vorschläge aus dem Kirchenvorstand. „Nicht jeder Pfarrer lässt so etwas zu.“ Vor zehn Jahren hatte die Landeskirche Kießling-Prinz nach Kirchheim geschickt. „Da haben die ein sehr gutes Händchen bewiesen“, sagte Lichtenecker-Hub.

Dieses Mal darf der Kirchenvorstand maßgeblich entscheiden, wer die Pfarrstelle nun besetzen soll. Die Verantwortlichen hoffen, bis zum 1. Mai einen neuen Pfarrer zu bekommen. „Die Messlatte liegt natürlich schon hoch“, gesteht Elke Lichtenecker-Hub.

Ein Abschiedsgeschenk möchte Susanne Kießling-Prinz nicht. Spenden für die Finanzierung der frisch angelegten Blumenbeete oder eine finanzielle Unterstützung für die tansanische Partnergemeinde Igongolo sind ihr lieber. „Das zeigt doch am Besten, wo ihr Herz ist“, findet Lichtenecker-Hub. 

Der Gottesdienst

mit Verabschiedung und anschließendem Empfang findet am Sonntag, 28. Januar, statt. Beginn ist um 14 Uhr, in der Kirchheimer Cantate Kirche, Martin-Luther-Straße 7.

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