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Hier wird gebaut: Noch pflegen an der Hausackerstraße gut 50 Schrebergärtner ihre Parzellen. Die Grundstücksbesitzer wollen dort aber Wohnhäuser für ihre Kinder bauen.

Nach 15 Jahren ist Schluss

Schrebergärten an der Hausackerstraße müssen Wohnungen weichen

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Rund 50 Schrebergärtner an der Hausackerstraße im Ortsteil Hausen müssen sich nach neuen Parzellen für ihre Kleingärten umsehen. Denn die Eigentümer haben eigene Pläne.

Kirchheim – Die Besitzer des Grundstücks nördlich der Hausackerstraße und östlich des Schmiedwegs wollen dieses mit mehreren Einfamilien- und Doppelhäusern mit maximal zwei Vollgeschossen, oder aber mit einem Mehrgenerationenhaus mit Einliegerwohnungen für ihre Kinder bebauen. Es sei für sie die „einzige infrage kommende Fläche, da nur dieses Grundstück an die Ortsbebauung angrenzt“, begründen die Antragsteller.

Das Grundstück nördlich der Hausackerstraße war früher eine landwirtschaftliche Fläche und wurde 2004 aus der Landwirtschaft entnommen. Seit vielen Jahren wird die Fläche Bürgern in Form von Gartenparzellen für den privaten Gemüseanbau zur Verfügung gestellt. Wer zuhause keinen Garten hat, der pflegt dort liebevoll seine Beete mit Gemüse, Kräutern und Blumen. Für sie will man versuchen eine Ersatzfläche anzubieten.

Nach Ansicht des Kirchheimer Bauamts ist die Erschließung des Gebiets über die Hausackerstraße gesichert. Aus baurechtlicher Sicht würde sich eine Bebauung an dieser Stelle gut eignen, um bestehende „Lücken“ in der Ortsabrundung zu schließen. Daher sollte ein entsprechender Bebauungsplan aufgestellt werden. Die Grundstückseigentümer haben bereits zugesagt, die gesamten Planungskosten zu übernehmen und auch ihre Zustimmung zur „Sozialverträglichen Bodennutzung“ (SOBON) schriftlich erklärt. Allerdings, so teilen die Besitzer des Grundstücks mit, könnten sie die gemeindlichen Kosten, die Gutacher- sowie Erschließungskosten noch nicht kalkulieren. Daher schließen sie auch nicht aus, einen Teil des Grundstücks an andere Bauträger zu verkaufen.

Nicht alle sind mit dem Plan zufrieden

Ilse Pirzer und Marcel Prohaska von der SPD sehen das Vorhaben eher kritisch. „Laut Bürgermeister ist das Bauamt der Gemeinde durch sehr viele Projekte voll ausgelastet, jetzt soll hier ein neuer Bebauungsplan für eine Privatperson erstellt werden? Ist dazu überhaupt Kapazität vorhanden?“, fragte Pirzer. Prohaska ergänzte, dass er die Erschließung von Westen über den Schmiedweg keineswegs als gegeben ansieht. „Der ist doch viel zu schmal. Außerdem wäre es besser, einen Gesamtplan für das Gebiet zu erstellen, nicht erst ein Stückchen an der Flurstraße, jetzt ein Eck an der Hausackerstraße.“

Für Wolfgang Heinz-Fischer (VFW) gleicht die aktuelle Planung einem „Kraut und Rüben-Plan, das ist ein einziger Flickenteppich. Wir brauchen einen großen Plan von der Flurstraße bis zur Schrannenstraße mit einem sinnvollen Nebeneinander von Wohnen und Landwirtschaft“.

Franz Graf (CSU) sagte, man wolle doch einer langjährig ortsansässigen Familie nicht das Bauen für seine Kinder verwehren. „Aber die Bauten müssen dem dörflichen Charakter der Umgebung entsprechen.“ Gegen die Stimmen von Prohaska und Heinz-Fischer wurde der Bauantrag genehmigt.

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