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Gemüse, Kräuter und Obst bauen Kirchheimer Bürger in den Schrebergarten-Parzellen an.

An der Hausackerstraße

Schrebergärten sollen Häusern weichen: Uneinigkeit im Gemeinderat wegen Bauvorhaben

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Gemüse, Kräuter und Obst bauen Bürger in den Schrebergarten-Parzellen an der Hausackerstraße an. Die Frage ist: Wie lange noch? Der Eigentümer liebäugelt mit Wohnbebauung. 

Kirchheim – Wohnen statt garteln könnte es künftig nördlich der Hausackerstraße in Kirchheim heißen: 50 Schrebergarten-Parzellen sollen dort, so der Wunsch des Grundbesitzers, einem Wohngebiet weichen. Dem Vorhaben stehen Teile des Gemeinderat, der sich bereits zum dritten Mal damit beschäftigte, jedoch skeptisch gegenüber. Der Aufstellung eines Bebauungsplans stimmte das Gremium dennoch mit knapper Mehrheit zu.

Das Grundstück nördlich der Hausackerstraße, rund 5000 Quadratmeter groß, war bis 2004 eine landwirtschaftliche Fläche, wurde dann umgewidmet. Seither pflanzen rund 50 Bürgern dort ihr privates Gemüse und Obst an. Die Besitzer wollen das Grundstück nun in sechs Parzellen aufteilen, die zum Teil von den eigenen Kindern bebaut und zum Teil verkauft werden sollen. Geplant sind Ein- und Zweifamilienhäuser mit maximal zwei Stockwerken, die sich in die bestehende Bebauung einfügen sollen.

Landwirt sorgt isch um geplanten Bullenstall

Direkt im Osten des Grundstücks schließt allerdings eine große Halle eines Landwirts an. Der befürchtet, dass er durch die zu nahe Bebauung später einmal Probleme mit seinem Betrieb bekommen könnte. Zudem plant der Landwirt im Norden des betreffenden Baugrundstücks einen großen Bullenstall, hier sind die notwendigen Abstandswerte zur Vermeidung von Geruchsbelästigungen noch unklar. Auch die Erschließung des Baugrunds ist nicht gesichert, da die schmale Hausackerstraße nur von Osten her befahrbar.

Die Gemeinde, die sich ebenfalls eine der Parzellen gesichert hat und dort Wohnraum für Einheimische schaffen möchte, ist dennoch der Meinung, dass sich das Grundstück für Bebauung eignet, „um bestehende Lücken in der Ortsabrundung zu schließen“. Das sieht Rüdiger Zwarg (Grüne) anders. „Da ist überhaupt nichts ausgefranst und müsste abgerundet werden, das ist einfach ein neues Baugebiet im Norden der Gemeinde.“

„Irgendwann steht sonst alles still, weil ...“

Wolfgang Heinz-Fischer (VFW) plädiert für einen großflächigen Plan für das gesamte Gebiet im Norden: „Erst hatten wir das kleine Fleckchen an der Flurstraße, jetzt an der Hausackerstraße – das ergibt so keinen Sinn.“ Auch Johann Hausladen (CSU) und Gerd Kleiber (FDP) unterstützten den Vorschlag eines Gesamtplanes Norden. „Außerdem gibt es einen klaren Beschluss, dass wir von innen nach außen wachsen wollen, das heißt, jetzt kümmern wir uns zunächst ums Zentrum und nicht um den Rand“, sagte Kleiber. Franz Glasl (CSU) erwiderten, dass man es einem Grundstücksbesitzer nicht verweigern dürfe, wenn er auf seinem Grund bauen wolle. „Außerdem muss es in Kirchheim auch noch etwas anderes geben als das neue Ortszentrum Kirchheim 2030“, sagte Glasl. „Irgendwann steht sonst alles still, weil wir nur noch ein Thema haben.“

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Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) erklärte, dass die offenen Fragen nach Lärm- und Geruchsschutz, Abstandsflächen und Grundstücksgrößen erst im Rahmen eines Bebauungsplanes geprüft würden. „Wir haben das bewusst vorab nicht gemacht, weil es sonst die Gemeinde hätte zahlen müssen.“ Das Ergebnis einer solchen Prüfung könne ja auch sein, dass es eben kein Baurecht gebe, „das wäre zwar bitter, aber nur dann wird alles im Detail geprüft“. Mit 11:9 Stimmen beschloss der Gemeinderat die Aufstellung des Bebauungsplans, um offene Fragen klären zu können.

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