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Sanieren oder austauschen? 30 dieser sogenannten Unterflurcontainer stehen auf Kirchheimer Flur. Sie sind marode und und eine Gefahr für die Sicherheit.

Marode Abfalleimer in Kirchheim

Sicherheitsrisiko Unterflurcontainer

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Kirchheim - Seit dem Jahr 2001 gibt es in Kirchheim fünf Standorte mit sogenannten Unterflurcontainern. Das sind 30 unterirdische Wertstoff-Sammelbehälter für Glas, Dosen und Papier. Massive Sicherheitsmängel machen es nun notwendig, dass grundlegend saniert oder komplett ausgetauscht werden muss.

Zwischen 2001 und 2004 hat die Gemeinde fünf Unterflursammelstellen errichtet: in Kirchheim an der Ludwigstraße, in Heimstetten am Sportpark, der Gruberstraße, der Heimstettener- und der Glockenblumenstraße. Laut Umweltreferentin Julia Weinberger fand seither keine regelmäßige Wartung statt, lediglich 2012 wurden an der Ludwigstraße kleinere Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Schon 2014 holte die Gemeinde beim Aufsteller der Anlagen, der Firma Paul Wolff aus Ditzingen, ein Angebot zur Sanierung ein. Dieses Angebot belief sich auf rund 38 000 Euro. Bei einer weiteren Gemeinderats-Sitzung im November 2015 wurde dann von massiven Sicherheitsmängeln berichtet: So schließen etwa die Sicherheitsböden im Moment des Container-Aushubs nicht mehr, Passanten oder das Entsorgungspersonal könnten in den etwa zwei Meter tiefen Schacht fallen. Dies sowie zahlreiche andere Mängel müssten so schnell wie möglich beseitigt werden. Daraufhin erhielt die Firma am 26. November den Auftrag zur Sanierung. Das Unternehmen beschloss aber am 11. Januar 2016 eigenständig, den Zustand der Unterflursysteme noch einmal zu begutachten. Das Ergebnis ist drastisch: weil sich der Zustand seither stark verschlechtert habe, verdopple sich der Instandsetzungsaufwand im Vergleich zu 2014. Daher könne man das Angebot nicht halten, teilte man der Gemeinde mit. Nun würde die Instandsetzung ohne Austausch der Einwurfgehäuse rund 79 000 Euro kosten, mit dem Austausch der Gehäuse knapp 90 000 Euro. Der empfohlene Komplettwechsel auf die jüngste Generation an Unterflurcontainern beläuft sich auf 138 000 Euro. Zudem empfiehlt man der Gemeinde einen jährlichen Wartungsvertrag in Höhe von 6723 Euro. Thomas Etterer (SPD) wollte wissen, ob die Gemeinde an den einen Hersteller gebunden sei oder was ein System dieser Art anderswo koste. Weinberger sagte, dass sie kein anderes Angebot eingeholt habe, dies nun nachholen werde. Ilse Pirzer (SPD) meinte, die Gemeinde habe die Unterflurcontainer doch aus optischen Gründen gebaut. „Wenn ich mir die Sammelstellen am Sportpark oder der Ludwigstraße ansehe, dann stehen ja direkt daneben die üblichen Großcontainer. Dann können wir uns das doch gleich sparen!.“ Auch Marcel Prohaska (SPD) stellte das System prinzipiell in Frage: „Dosen entsorgen wir schon lange über den gelben Sack, Pappe und Papier kann jeder zu Hause in der Papiertonne sammeln – aus meiner Sicht machen nur noch Glas-Sammelbehälter Sinn und das wären ja deutlich weniger als bisher.“ Die Gemeinde wird Angebote einholen und fragt bei Kommunen an, welche Systeme sie einsetzen.

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