+
In der Entwicklung: Das 15 Hektar große Areal von der Bahnlinie bis zur Kreisstraße M1 soll zwischen Ammerthalstraße (l.) und Autobahn zum neuen „Campus Heimstetten“ werden. Das Gelände der Hubergroup (blaue Gebäude) wird ein Teil davon sein.

Innovation statt Acker: So soll sich der „Campus Heimstetten“ entwickeln

  • Bert Brosch
    vonBert Brosch
    schließen

Ein 15 Hektar große Areal soll zum neuen „Campus Heimstetten“ werden. Ein erstes Konzept ist nun vorgestellt worden.

Kirchheim – Die Hubergroup verlegt ihre Produktion aus Kirchheim stufenweise auf andere Standorte. Ihr Firmengelände an der Feldkirchner Straße wird sie daher noch bis 31. März 2021 nutzen. Nun ist klar, was mit dem Grundstück anschließend passieren soll. Gekauft hat es die Firma „Four Parx“, ein auf Gewerbeflächen spezialisierter Projektentwickler. Geplant ist ein zweistöckiges, annähernd klimaneutrales Gewerbegebiet. Das neue Areal wird ein Teil des neuen „Campus Heimstetten“, der von nördlich der Feldkirchner Straße bis zur Kreisstraße M 1 im Süden reicht.

Das Planungsbüro bgsm aus München stellte im Gemeinderat nun ein Konzept für den Campus vor, wie sich das aktuell noch mit einer Veränderungssperre belegte, rund 15 Hektar große Gebiet entwickeln kann: Ein Teil wird demnach zum Gewerbegebiet mit Schwerpunkt auf Unternehmen der „Kreativwirtschaft“, Forschung, Lehre und des Gesundheitswesens. Diese werden ergänzt durch Einzelhandel, Gastronomie sowie Betriebskindergärten, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Kultur- und Konferenzangebote, aber auch Sonderwohnformen, wie Werkswohnungen. Schadstoff emittierende Betriebe, also produzierendes Gewerbe oder Logistikunternehmen, werden ausgeschlossen. 

Grünes Konzept

Zentraler Treffpunkt für die Angestellten und die Kirchheimer soll eine großzügige Grünfläche sein. Der bestehende Grünkorridor an der A 99 soll gestärkt und eingebunden werden in ein Grün- und Freiflächenkonzept. Sämtliche Stellplätze werden kompakt untergebracht, vorzugsweise in Gemeinschaftsanlagen oder Tiefgaragen. Das campusinterne Mobilitätskonzept ergänzen Bike- und Roller-Sharing-Angebote sowie Lastenräder, E-Ladestationen, und Car-Sharing mit E-Fahrzeugen. Das vorhandene Fuß- und Radwegenetz in Ost-West und Nord-Süd-Richtung soll eingebunden und ergänzt werden. So soll ein Ressourcen schonender Business-Campus entstehen, der solare Energien über Dach und Fassadenflächen nutzt und so eine quartierseigene Versorgung mit Strom, Wärme und Kälte anstrebt.

Da sich sämtliche Grundstücke des Areals derzeit in Verkaufs- und Entwicklungsprozessen befinden, war es laut Verwaltung erforderlich, einen neuen Bebauungsplan aufzustellen. Der Gemeinderat stimmt diesem zu.

Projektentwickler plant „Multi-User-Gewerbepark“

Eines der Grundstücke des neuen „Campus Heimstetten“ sind die rund 76 800 Quadratmeter, das „Four Parx“ von der Hubergroup erworben hat und mit dem mit dem Investor Aquila Capital entwickelt. Entstehen soll gemeinsam auf 93 000 Quadratmetern ein „Multi-User-Gewerbepark“. Sprich: Firmen aus den Bereichen Forschung und Entwicklung, Pharma, IT, Elektronik, Biotech, Robotik, Handwerk und Dienstleistung. Innerhalb von 18 Monaten Bauzeit will man auf zwei Stockwerken einen Mietermix aus überwiegend lokalen und mittelständischen Unternehmen ansiedeln. Geplant sind laut „Four Parx“ begrünte Dachterrassen, Fassaden und Höfe. Zudem werde ein über 10 000 Quadratmeter großer Grünstreifen längs der Autobahn sowie die Dachgärten als Erholungsflächen für die Mitarbeiter erschlossen.

Durch eine weitgehend geschlossene Außenfassade soll die Geräuschemission nach dem Prinzip einer Wagenburg innerhalb des Gebäudekörpers absorbiert werden. „Wir streben einen in Deutschland einzigartigen, innovativen Gewerbepark an, der durch die zweigeschossige Bauweise der Flächenversiegelung entgegentritt, die heimische Wirtschaft stärkt sowie attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze bietet“, sagt Francisco J. Bähr, Geschäftsführer bei „Four Parx“.

LK-München-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Landkreis-München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus dem gesamten Landkreis – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Was passiert mit dem Wirecard-Neubau?
Nachdem der skandalgebeutelte Wirecard-Konzern beim Amtsgericht München einen Insolvenzantrag gestellt hat, steckt der Grünwalder Investor Rock Capital in der …
Was passiert mit dem Wirecard-Neubau?
„Habe Corona total unterschätzt“: Patientin macht schwere Erkrankung durch - jetzt warnt sie die Bevölkerung
Anneliese Figue infizierte sich mit dem Coronavirus - und erkrankte schwer. „Ich selbst habe Corona total unterschätzt“, sagt sie und möchte nun andere Menschen warnen.
„Habe Corona total unterschätzt“: Patientin macht schwere Erkrankung durch - jetzt warnt sie die Bevölkerung
Coronatests: Ärzte schlagen Alarm: Darum werden sie dem Ansturm nicht mehr Herr
Hausärzte schlagen Alarm: Seit sich jeder freiwillig auf Corona testen lassen darf, kommen sie kaum mehr hinterher. Das sind die Gründe.
Coronatests: Ärzte schlagen Alarm: Darum werden sie dem Ansturm nicht mehr Herr
Coronavirus im Landkreis München: Vier weitere Todesfälle
Das Coronavirus ist immer noch präsent im Landkreis München. Das Landratsamt meldet vier weitere Todesfälle. Alle Informationen gibt es hier im Ticker.
Coronavirus im Landkreis München: Vier weitere Todesfälle

Kommentare