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Standort für Sendemast: Kirchheim ist der Telekom ausgeliefert

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Von: Bert Brosch

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Der Mobilfunkt-Sendemasten am Skater-Platz reicht von der Kapazität her nicht mehr aus. Doch die Gemeinderäte können sich nicht auf einen neuen Standort einigen, daher kann die Telekom sich jetzt einen eigenern Ort im Zentrum suchen.
Der Mobilfunkt-Sendemasten am Skater-Platz reicht von der Kapazität her nicht mehr aus. Doch die Gemeinderäte können sich nicht auf einen neuen Standort einigen, daher kann die Telekom sich jetzt einen eigenern Ort im Zentrum suchen. © Bert Brosch

Weil Kirchheims Gemeinderäte keinen Standort vorschlagen konnten, könnte es sein, dass Kirchheims dritter Mobilfunk-Sendemast am Ende mitten im Ort auf einem Privatdach landet.

Kirchheim – Auch im zweiten Anlauf konnten sich die Kirchheimer Gemeinderäte nicht auf einen Standort für den benötigten Telekommunikations-Sendemast einigen. Der von Gutachter Hans Ulrich vorgeschlagene Standort zwischen Heimstettener und Staatsstraße 2082 wäre technisch perfekt, gefällt den Gemeinderäten aus ästhetischen Gründen aber nicht. Nun tritt das ein, was der Bauausschuss unbedingt vermeiden wollten: Die Telekom kann sich selbst einen Standort suchen.

Der Konzern hatte der Gemeinde schon im Oktober 2017 mitgeteilt, dass es zur besseren Abdeckung der Ortsmitte neben jenen am Skaterpark und am Poinger Weg einen dritten Mobilfunkmasten brauche. Dies sei im Hinblick auf die vielen Besucher der Landesgartenschau 2024 sowie der zu erwartenden 3000 neuen Bürger bis zum Jahr 2030 absolut notwendig.

Nun darf der Betreiber selbst auf die Suche gehen

Nutzt die Kommune dabei ihre Möglichkeit zur Mitsprache nicht, darf der Betreiber selbst auf die Suche gehen. Der Gemeinderat wollte aber verhindern, dass ein Privatmann oder eine Firma im Ortszentrum ein Gebäude für den Sendemasten vermietet. Nach einer gescheiterten Standortsuche 2018 sollte nun ein Gutachter noch einmal fünf Standorte für die mindestens 40 Meter hohe Sendeanlage prüfen. Wieder vergeblich. Der technisch ideale Standort mit bester Abdeckung liege südlich der St 2082 im Knie der Auf- und Abfahrt.

Nun, so Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU), könne die Gemeinde nur an die Hausbesitzer appellieren, dass diese ihre Gebäude nicht für den Sendemast hergeben. „Mehr Möglichkeiten haben wir sonst nicht mehr.“

Die Gemeinderäte waren zum Teil entsetzt. Josef Dirl (ÖDP) wollte der „städtebaulichen Katastrophe“ auf keinen Fall zustimmen. „Wir wollen doch keinen Sendemast im Wohngebiet und würden ihn 200 Meter entfernt von der Grundschule bauen.“ Als Ausweg schlug Böltl vor, der Telekom das neue Rathaus als Sendemast, nicht weit entfernt vom Idealstandort, vorzuschlagen. „Das wird zwar nicht mehr fertig zur Landesgartenschau, wird aber sowieso gebaut und da fehlen nur ein paar Meter oben drauf für den 40 Meter-Sendemast. Das verhindert vielleicht, dass die Telekom sich einen eigenen Standort sucht.“ Dem stimmte der Ausschuss zu.   

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