Potenzieller Standort: In die Grünfläche am neuen Kreisel an der St 2082 will die Telekom ihren Mobilfunkmast bauen. Die ideale Lösung, empfahl auch der Gutachter gleich zwei Mal. Den Gemeinderäten passt die Ästhetik aber nicht.
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Potenzieller Standort: In die Grünfläche am neuen Kreisel an der St 2082 will die Telekom ihren Mobilfunkmast bauen. Die ideale Lösung, empfahl auch der Gutachter gleich zwei Mal. Den Gemeinderäten passt die Ästhetik aber nicht.

Zum dritten Mal

Trotz Gutachter-Empfehlung: Telekom-Funkmast erneut abgelehnt

  • Bert Brosch
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Geht es nach einem Gutachter ist die Sache klar: Am Kreisel der St 2082 ist der ideale Standort für einen Funkmasten. Doch der Gemeinderat hält davon nichts.

Kirchheim – Seit Jahren möchte die Telekom einen dritten Mobilfunk-Sendemast aufstellen, der neben den beiden aktuellen am Skaterpark sowie am Poinger Weg das Gemeindezentrum abdecken soll. Auch im Hinblick auf die vielen Zuzüge durch Kirchheim 2030 und die Besucher der Landesgartenschau 2024. Den Bauantrag eines Mastes im neuen Kreisel an der Staatsstraße 2082 lehnte der Hauptausschuss aber ab.

Der Münchner Sachverständige Hans Ulrich hat im Auftrag der Gemeinde jahrelang nach den technisch besten Standorten gesucht. Für ihn wäre der ideal südlich der Staatsstraße 2082 im Knie der Auf- und Abfahrt. Damit wäre das neue Ortszentrum am besten abgedeckt und laut Ulrich für alle die Strahlenbelastung am niedrigsten.

Bürgermeister: „Hatte gehofft, dass Antragssteller mit uns über Optik spricht“

Doch bereits im September 2018 und erneut im Mai 2019 lehnten die Gemeinderäte diesen Standort aus ästhetischen Gründen ab. Der damalige SPD-Gemeinderat Marcel Prohaska schlug den Bau eines elfstöckigen Hauses vor, „dann schaffen wir Wohnraum und auch noch den Sendemast-Standort“. Wolfgang Heinz-Fischer (VFW) empfahl das südafrikanische Vorbild, „dort sind die hohen Sendemasten in Palmen versteckt. Oder wir bauen einen Aussichtsturm anstelle der Park-Kanzel.“ Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) riet dazu, die Anlage auf das Dach des neuen Rathauses zu bauen, dort fehlten nur ein paar Meter zu den nötigen 40 Metern Höhe.

Nun reichte die Telekom den Bauantrag eines 40 Meter hohen Stahlgittermastes mit fünf Meter Aufsatzrohr, Arbeitsbühnen und Tragrohren ein. Der Standort: im neuen Kreisel auf der Grünfläche an der Staatsstraße 2082. „Ich hatte gehofft, dass der Antragsteller mit uns vorher über den Ort und die Optik spricht“, sagte Böltl im Ausschuss. „Leider ist das nicht geschehen. Da der Mast nicht im Bebauungsplan berücksichtigt ist, können wir den Antrag nur ablehnen.“

Mobilfunknetz wichtig für Besucher der Landesgartenschau

Das Baugrundstück befindet sich im Eigentum des Freistaats Bayern und ist der Staatsstraße zugeordnet. Da Gutachter Ulrich bereits im März 2019 darauf drängte, eine baldige Entscheidung herbeizuführen, damit zur Landesgartenschau für die täglich mehreren Tausend Besuchern ein ausreichendes Mobilfunknetz vorhanden ist, müsse der Gemeinderat zwei Jahre später nun endlich reagieren.

Für Böltl gibt es drei Möglichkeiten: Der Betreiber sucht sich doch einen anderen Standort, auch wenn es zwei Gutachten pro Kreisel gibt. „Oder er bietet uns eine vernünftige Optik, aber keinen solchen Stahlgittermast“, sagte der Rathauschef. „Oder wir bekommen doch viele kleine Antennen auf den Hausdächern und damit eine deutlich höhere Strahlenbelastung als mit dem hohen Mast.“ Wolfgang Heinz-Fischer (VFW) fürchtet, dass eine Ablehnung des Antrags ein denkbar schlechtes Bild für einen Investor biete. „Erst signalisieren wir, dass ein Mast gebaut werden kann, geben mehrere Gutachten in Auftrag. Dann will er genau dort bauen, wo die Gutachten empfehlen und jetzt drehen wir ihm eine lange Nase“, kritisierte Heinz-Fischer. Ihm sei vollkommen klar, erwiderte Böltl, dass in der Gemeinde mehr Mobilfunk-Leistung angeboten werden müsse. „Aber nicht so, das geht nur im Dialog.“ So lehnte der Hauptausschuss den Bauantrag einstimmig ab.

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